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Nationales Mehrkampfmeeting, Landquart

Autor: Philippe Renevey
Alljährlich versammelt sich in Landquart die Spitze der Schweizer Mehrkämpfer und mitten darunter drei Athleten des LC Regensdorf: Christoph Zwahlen, Jakob Wunderli und Patrik Schlatter liessen die zweitägige Tortur über sich ergehen und durchlebten dabei alle Hochs und Tiefs des Zehnkampfs.
„Nicht sommerlich, dafür trocken“ und für einen Sonnenbrand hat es allemal gereicht – so präsentierte sich das Wetter in Landquart an diesem Wochenende.
Und genau so „weder Fisch noch Vogel“ verlief auch Susis (Christophs) Wettkampf. An beiden Tagen waren seine Leistungen im gewohnten Rahmen und nur ein (oder mehrere) grosser Exploit fehlte: Nach dem 100-er in 12.96s, half ihm beim Weitsprung (5.46m) nicht einmal der Rückenwind von 9.0 m/s (!). Und genau so normal präsentieren sich die anderen Leistungen: Kugel 7.85m, Hoch 1.50m und 400-er 59.36s.
Und auch der zweite Tag verlief ganz ähnlich: Einmal mehr musste Susi im Hürdenlauf vor dem 3-er Rhythmus kapitulieren und erreichte eine Zeit von 21.20s. Und nur Dank dem seinem einzigen Highlight, der neuen persönlichen Bestleistung im Diskus (21.21m), gelang es ihm erstmalig, im Diskus weiter geworfen zu haben, als er im Hürdenlauf schnell war… Doch schon im Stab war der Höhenflug dann auch schon wieder vorbei: Mit 2.80m blieb er deutlich unter seinen Möglichkeiten und konnte die grossen Fortschritte, die er diesen Winter erzielt hatte, nicht in die Tat umsetzen. Nach dem mässigen Speerwurf (34.60m) lief er zum Schluss dann doch noch einen ganz passablen 1500m-Lauf (4:56.46) und erzielte damit 3938 Punkte.
Jakob Wunderli hatte zuletzt in Balgach einen Fabel-Junioren-Zehnkampf gezeigt und sich gleich Meter- und Sekundenweise verbessert. Dieses Kunststück gelang ihm in Landquart leider nicht mehr, doch konnte er immerhin die dort gezeigten Leistungen bestätigen: Mit 12.28 über 100 Meter und 5.89 im Weitsprung blieb er nur kanpp hinter Balgach zurück und mit neuer PB im Kugelstossen (9.86m) setzte er sogar noch einen drauf. Dafür misslang ihm der Hochsprung (1.50m) dann vollends. Dafür beendete er den ersten Tag mit einer noch nie so schnell gelaufenen Bahnrunde (60.92s).
Nach einem guten Hürdenlauf (18.78s) zeigte Köbi seine im Diskuswerfen neu errungenen Qualitäten und schleuderte die Scheibe auf die Bestweite von 24.25m. In seiner Paradedisziplin, dem Stabhochsprung, bekundete Köbi schon seit längerer Zeit sehr viel Mühe. Und auch an diesem Wettkampf konnte er die Höhen 3.60m und 3.70m erst im dritten Versuch meistern. Dies half ihm wohl, sich an seine Stärken zu erinnern und so erzielte schliesslich mit 3.90m sein zweitbestes Stabergebnis bisher. Allerdings hatte er damit wohl seine Kräfte verbraucht, denn im Speer (29.78m) und im 1500m Lauf (6:06.14) wäre wohl noch einiges mehr möglich. Und wie für die meisten Disziplinen galt auch für das Endtotal von 4361 Punkten: Sehr gut, aber leider knapp hinter dem Wert von Balgach…
Viel besser als seinen zwei Kampfgenossen erging es dagegen Patrik Schlatter bei den Jugend A. Er blieb in seinem ersten, offiziellen und gültigen 100 Meter Lauf unter
13 Sekunden (12.96). Danach eroberte er sich tolle neue Bestleistungen im Diskus (21.25m), Stab (2.60m) und Speer (34.48). Im abschliessenden 400m-Lauf blieb er dann mit 63.74 nur knapp hinter seinem eigenen Rekord.
Und auch am nächsten Tag ging die muntere Rekordjagd fleissig weiter: Nach dem Hürdenrekord (18.72s) übersprang er im Weitsprung die magische 5-Meter-Marke nur ganz knapp nicht (4.98m). Doch dann nahm auch Schlattis Höhenflug ein jähes Ende. Mit 7.35m im Kugelstossen und katastrophalen 1.41m im Hochsprung, musste dringend ein guter 1500m-Lauf her: Mit viel Engagement kämpfte er sich über die Distanz und war mit 5:19.52 erstmals schneller als 5:20. Und dank diesem beherzten Schlusslauf, gelang es ihm schliesslich auch, sein 10-Kmapf Punkterekord auf 3633 zu verbessern.
Herzliche Gratulation den drei Athleten für die überstandenen Mühen und herzliches Dankeschön an die vielen Fans, die den Weg nach Landquart auf sich genommen haben, um unsere Wettkämpfer lauthals und frenetisch klatschend zu unterstützen.

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