Standardbild Berichte

Topresultat von Melanie Annaheim am Europacup in Polen

Autor: Melanie Annaheim
Am Wochenende fand in Polen ein weiteres Europacup-Rennen statt. Nach einer 13-stündigen Autofahrt ins Polnische Hinterland, kamen wir am
Freitagabend um 23 Uhr endlich in unserem Hotel an. Völlig „geschlaucht“, mit Kopfschmerzen und komischen Beinen wollte ich nur noch schlafen.
Am Samstag bei der Streckenbesichtigung fühlte ich mich noch nicht sehr wettkampftauglich und war froh, dass ich nochmals eine Nacht zur Erholung hatte. Als ich mich am Sonntagmorgen als einzige Schweizer Athletin bei 10° Luft-, 17° Wassertemperatur und einem Wind mit der Stärke 30km/h aufwärmte, war das wieder einer dieser Momente, in denen man sich fragt, was man hier eigentlich genau am machen ist.
Trotzdem versuchte ich mich warm eingepackt (Winter-Thermobekleidung, Handschuhe, Mütze etc) möglichst normal auf das Rennen vorzubereiten. Schnell wurde klar, dass bei diesem Rennen die Wetterbedingungen die grösste Herausforderung darstellen würde. Diejenige, die sich während dem Rennen am
wärmsten halten konnte, würde am Schluss vermutlich noch die meiste Energie fürs Laufen haben. Deshalb entschloss mich unter dem Wettkampfdress ein ärmelloses Thermounterleibchen anzuziehen. Ausserdem klebte ich meine Armstulpen aufs Rad und bastelte mit Tape so lange an meinen Schuhüberzügen herum, bis diese auch wettkampftauglich waren (schliesslich hatten wir in der Wechselzone nicht Zeit, um uns warm genug anzuziehen).
Um 11 Uhr startete dann das Rennen wieder einmal mit einer Massenschlägerei im Wasser. Bei der ersten Boje war ich nicht ganz vorne anzutreffen. Doch mit dem Ärger über „die blöde Wiiber“ im Bauch konnte ich mich nach vorne kämpfen. Als Dritte kam ich aus dem Wasser und war so auf dem Rad in einer 9er-Spitzengruppe.
Auf dem Rad mussten wir sieben technisch relativ einfache Runden fahren. Wegen den starken Windböen war es dennoch nicht ganz ungefährlich. Deshalb dauerte es auch eine Weile, bis ich meine Armstulpen anziehen konnte.
In der dritten Runde, während ich meinen zweiten Ärmling am anziehen war, wurde von der späteren Siegerin und der Zweitplatzierte ein Angriff gefahren. Im ersten Moment beschäftigte mich dieser jedoch nicht gross. Denn was wollte eine Zweiergruppe bei diesem Wind gegen eine 7er-Gruppe ausrichten?! Doch weit gefehlt, in meiner Gruppe wollte niemand nachführen und so wurde der Abstand kontinuierlich grösser. Irgendwann hatte ich genug, schaltete auf den grössten Gang, nahm die Aeroposition ein und fuhr ca. 2km mit einem 45km/h-Schnitt alleine hinterher. Ich kam bis auf 10m an die Zwei heran, doch dann „explodierte“ ich und musste mich leider in die Gruppe zurück fallen lassen… Tja, ein Versuch wars wert. Trotzdem arbeitete auf den restlichen Kilometern noch viel, um den Schaden in Grenzen zu halten.
Mit der Motivation, endlich einmal die 10km unter 39 Minuten zu laufen, startete ich mit einem hohen Tempo auf die Laufstrecke. Zu meiner grossen Freude merkte ich schnell, dass der Abstand zu den anderen Athletinnen (welche bis anhin einiges schneller liefen als ich) nicht grösser wurde. Ich konnte ziemlich lange mitlaufen und auch gegen Schluss vergrösserte sich der Abstand nicht wahnsinnig. Als Achte kam über die Ziellinie! Da war die Freude natürlich noch grösser, als ich auf der Rangliste die Zeit von 40.17min für 10.5km sah. Dies bedeutet, dass ich die 10km ungefähr in 38.30 gelaufen wäre und wieder einen kleinen Schritt nach Vorne gemacht habe ☺! Der ganze Wettkampf hat mir mit den besonderen Herausforderungen (Reise, Temperaturen) wieder viele neue Erfahrungen für die Zukunft gebracht und ich konnte zusätzlich noch einige Punkte für die Weltrangliste sammeln.
Anmerkungen von Ruedi Meier:
Gemäss verantwortlichen von Swisstriathlon war das Europacuprennen in Polen äusserst stark besetzt und Melanie konnte ihre aufkommende Stärke im Laufen wieder einmal unter Beweis stellen und sich auf Position 7 rangieren. Gewonnen wurde das Rennen von Birgit Berk, welche bereits auf dem Rad mit Emma Davis ausgerissen war. Das Rennen war überdurchschnittlich stark besetzt. Lenka Zemanova, welche bereits San Remo und Holten gewonnen hatte, kam nur auf Rang 3. Weitere Details sind zu finden unter: http://www.swisstriathlon.ch/desktopdefault.aspx/tabid-73/89_read-3911/pdate-10.09.2007/

X