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Trainingslager Massa Marittima 2009

Autor: Christopher Gmür
Samstag
Sonntag
Kurz vor 6 Uhr war wie immer Treffpunkt im Wisacher in Rägi. Um diese Zeit schauten die einen noch etwas verdattert aus der Wäsche und wusste noch nicht wie ihr/ihm geschehen. Nach einer ermüdenden aber zum Glück reibungslosen Fahrt erreichten die Ersten (wie bei der Rückreise das Rappi-Büssli wohl gemerkt, siehe letzter Tag☺) unser geliebtes Cicalino. Nach einem kurzen Footing durften wir uns dann schon zum ersten Mal vom Starkoch Salvo verwöhnen lassen. Dieser ging in diesem Jahr, wie immer, auf jeden kleinsten Wunsch ein, sodass sowohl die Vegetarier und die „Wenig-Esser“ wie auch die Gemüse-Hasser nicht zu kurz kamen.
Bereits stand das erste härtere Training an, ein Sprinttraining, bei dem schon erste Positionskämpfe anstanden. Einige nahmen sich den letztjährigen Sprintkönig Sämi ins Visier, vermochten diesen aber nicht vom Thron zu stürzen. Langstreckler wie mich liess dieses Training kalt, ich würde schon noch auf meine Kosten kommen (nicht genauer erläutern möchte ich hier meine doch eher beschränkten Fähigkeiten im Sprintbereich☺).
Am Nachmittag stand ein Dauerlauf mit 10min zügig am Ende an, den alle noch problemlos absolvieren konnten, doch gab es schon die ersten Spaltungen der Gruppen.
Montag
Dienstag
Stunde der Wahrheit. Das erste Bahntraining stand auf dem Programm, was denn auch schon der Auslöser für einige nervöse Gemüter waren. Das führte dazu, dass die einen bereits beim Zmorge penibel auf die Ernährung schauten. Das Wetter schien uns aber ein Schnippchen schlagen zu wollen, denn kurz vor dem Training begann es heftig zu regnen. Bis zum Start der 200er war dann das Gewitter aber bereits wieder verflogen und nichts stand einem erfolgreichen Training mehr im Wege.
Tag der Langstreckler. Heute stand ein langer Dauerlauf auf dem Programm, welcher locker und erholend sein sollte. Die Männer-Gruppe nahm dies allerdings nicht allzu ernst, aufs Tempo gedrückt wurde trotzdem. Dies führte dazu, dass Kilometer-Abschnitte von unter 3:50 gelaufen wurden. Soviel zum Thema locker.
Dieser Tag brachte auch den ersten richtigen Sonnenschein. Deswegen aber auch wegen den ersten schweren Beinen kam der Ruhenachmittag gerade recht. Wunderbar um einen kleinen Ausflug nach Massa zu unternehmen, sich von Barbara eine Massage zu gönnen oder dem Whirlpool und der Sauna des Cicalinos einen Besuch abzustatten.
Mittwoch Heute stand punkto Organisation und Planung Ruedis und Gians Spezialität auf dem Programm: Der Tempo-Steigerungsdauerlauf
funktionierte wie jedes Mal absolut reibungslos. Obwohl ich jedes Mal staune wie lange die Herren Meier über den genauen Ablauf dieses Trainings diskutieren können, habe ich doch noch nie ein so genial ausgeklügeltes System gesehen um es allen Recht zu machen. So war denn auch das Training bei schönem Wetter ein Erfolg. In Erinnerung bleiben dürfte es den einen oder anderen 800m-Läufer, die erkannten, dass auch sie lange schnell laufen können.
Beim Dauerlauf am Nachmittag kristallisierte sich ein ernst zunehmendes Problem heraus: Fortan sollten die Routen nicht mehr an von Hunden bewachten Anwesen vorbeiführen, so die Forderung von P.B.* Doch auch er musste einsehen, dass dieses Unterfangen in der Toscana unmöglich ist, Hunde gibt es überall.
* Name der Redaktion bekannt ☺
Donnerstag
Freitag
Am Morgen stand ein Sprungtraining an, von dem Einige Teile ausliessen, um kleine Blessuren, Verhärtungen, Muskelkater und Sonstiges nicht noch schlimmer zu machen. Wiederum andere sahen sich gezwungen bereits Kräfte für das morgige Bahntraining zu sparen. Der Trainingstag wurde mit einem Dauerlauf abgeschlossen, der wegen des schlechten Wetters nicht wie geplant am Meer in Follonica stattfinden konnte, aber dennoch zu einer schnellen Angelegenheit wurde (Kevins Motivation, Ergeiz und unbändiger Siegeswille bei Dauerläufen sei Dank ☺)
Der Freitag und das damit verbundene Bahntraining stellte für einige bereits das letzte harte Training dar. Heute wurde auch das prestigeträchtige Maillot Jaune für die beste Männerleistung des Tages zum ersten Mal vergeben. Dabei handelt es sich um mein verschwitztes, dreckiges und vor allem bis zum Himmel stinkendes, knallgelbes Adidas-Shirt. Nach einem guten Abschlusstraining mit der allerschnellsten letzten 200m-Abschnittszeit wurde das Trikot Marco „Duce“ Guidali übergeben, der es dann sogleich am Abend wieder abgeben musste, weil er am Samstag abreiste und somit aus der Wertung fiel.
Am Abend machten wir noch einen gemütlichen Besuch in der einzigen Beiz von Massa, um mit den Abreisenden das Lager ausklingen zu lassen. Wieder eingeführt wurde auch das für viele legendäre Flaschendrehen. Das Spiel um Wahrheit oder Risiko weckte bei vielen von uns schöne Jugenderinnerungen
Samstag Da war er plötzlich, der Ruhetag. Aber was nur anfangen mit soviel Zeit? Erst einmal schliefen alle aus (fast alle, einige hatten das Gefühl früh aufstehen ist auch am Ruhetag toll). Nach langem Hin und Her wurde entschieden, dass wir nach Venturina zum Calidario fahren. Es sollte ein entspannender Wellness-Tag werden. Daraus wurde aber ein Flop, da uns allen aufgrund der Preise am Eingang des Calidarios fast die Augen aus dem Kopf fielen. Kurzerhand entschieden wir uns um und gingen nach Follonica zum Pizza- und Glacé-Essen. Als Erkenntnis
von dem Pizzeria-Besuch nehmen wir mit, dass leider nicht alle Servierdüsen so freundlich und zuvorkommend sind wie jene, die bei Salvo angestellt sind. Als Entschädigung gönnten wir uns dafür aber ein paar Sauna- und Whirlpoolgänge im Cicalino und begrüssten an diesem Abend auch mit Freude die Neuankömmlinge.
Sonntag
Montag
Dienstag
Bereits ging es wieder zur Sache. Und wie! Am Morgen beim Sprinttraining und am Abend bei einem Dauerlauf, der bei den Männern zu einem Tempodauerlauf ausartete und alle Beteiligten einsehen mussten, dass 3:20 am Ende eines „lockeren Dauerlaufs“ für unser Leistungsniveau definitiv übertrieben war. Leider gab es auch die erste negative Nachricht punkto Verletzungen. Sämi verletzte sich im Sprinttraining mit dem Speedy am hinteren Oberschenkel und konnte fortan leider nicht mehr machen als ein wenig Kraftgymnastik. Glücklicherweise blieb es die einzige schlimmere Verletzung (ausser Kevin Hangartner, welcher aber schon verletzt in die Toscana reiste und nur Trainings auf dem Velo absolvierte). An dieser Stelle gute Besserung an Sämi!
Heute fiel wieder ein Training dem Wetter zum Opfer. Kurz vor dem Bahntraining fing es wiederum heftig zu regnen an und die Luft kühlte stark ab. Während die Frauen knallhart im Regen ihre Serien durchzogen, verhielten sich die Männer viel weicher und warteten bis das Schlimmste vorüber war. So was härtet ab liebe Herren! Sieht man von den meteorologischen Umständen ab, war das Training dennoch ein Erfolg.
Dienstag ist immer Longjog-Tag. Das war auch heute nicht anders. Deutlich spürbar war bei vielen die langsam eintretende Müdigkeit. Daher war der heutige Dauerlauf nicht annähernd so schnell wie vergangenen Dienstag, alles andere wäre aber auch unvernünftig gewesen. Der Nachmittag war wiederum frei und einige wollten einen Ausflug machen. Doch leider blieb es beim Willen. Unglücklicherweise wartete genau heute das grosse Büssli mit einem platten Reifen auf. So konnten nur jene ihr Ausflug machen, welche nach Massa gingen und sich das Büssli des LCRJ schnappten. Jedoch wurde die Freude am Glacé-Essen sehr schnell vom Regen weggeschwemmt, sodass auch diese Herren und Damen schnell wieder zurück waren.
Am Abend stand dann noch eine amüsante Runde des Gesellschaftsspiels Tabu an, welches zum Kampf der Geschlechter wurde. Leider konnten die Frauen diesen Vergleich für sich entscheiden, jedoch zogen sie am Mittwoch dafür bei der Revanche den Kürzeren. Auch hier gibt es einige wichtige Erkenntnisse, die wir alle mitnehmen konnten. So wissen wir nun zum Beispiel, dass Turm und Traum nicht das Gleiche ist, „miir auii zääämä“ auf Züridütsch „Zeus“ heisst und Linda vom KTV Bütschwil stammt, KTV Bütschwil aber komischerweise nirgends auf den in Deutschland erschienenen Kärtchen steht☺.
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Dank einem klugen Schachzug von Ruedi und Gian konnten wir endlich doch noch einmal ein Bahntraining bei schönem Wetter machen. Anstatt am Freitag absolvierten wir dieses heute, da die Prognose für Freitag so schlecht war. So war es heute sehr schön ausser etwas starkem Wind, aber im Wettkampf kann man auch nicht immer auf optimale Bedingungen zählen. Von aussen betrachtet könnte man sagen, dass heute das grosse Sterben anstand. Durch die kurzen aber sehr schnellen Läufen gerieten ausnahmslos alle in eine Säure, wie sie dies seit vergangener Saison wahrscheinlich nicht mehr taten. Einigen wurde gar „schwarz“ vor den Augen. Niemand kann sich daher heute den Vorwurf machen lassen, sie oder er habe sich nicht verausgabt.
Endlich wieder warmes Wetter möchte man sagen. Ein Sprungtraining am Morgen und erledigt war die Pflicht für heute. So schafften wir es nach beinahe 2 Wochen doch noch an den Strand, konnten ein Glacé schlürfen und die Sonne geniessen. Einige trauten sich sogar ins kühle Meer, andere vergnügten sich beim Kupp-Spielen. Wieder zuhause entdecken einige wieder das Kind in ihnen. Bis zum Umfallen (bzw. bis zum Muskelkater) bekämpfen sie sich im Boxen auf dem Nintendo Wii. Auch kursieren bereits Gerüchte, dass die Unterlegenen auf Rache pochen…☺
Heute war definitiv für alle die letzte harte Trainingseinheit. Während die Sprinter unter uns beim Hügeltraining das Letzte aus sich herausholten, absolvierten die Langstreckler noch Mal einen mittleren bzw. intensiven Dauerlauf. Grösste Herausforderung war heute neben der Müdigkeit von 2 Wochen Trainingslager aber mehr wieder das Wetter. Abgekühlte Luft und starker Wind auf der langen Gerade machten vor allem auf dem Rückweg zu schaffen. Aber auch dieses Training überstanden alle gut und markierten damit einen schönen Abschluss. Leider musste Gian heute krankheitsbedingt passen, ihm fiel das Atmen sehr schwer weil er sich noch eine kleine Erkältung zugezogen hat und nur einen Dauerlauf absolvieren konnte.
Beim Abendessen wurde Salvo noch das alljährliche Geschenk überreicht, dieses Jahr eine grosse Toblerone. Diese hat er sich redlich verdient, weiss er doch mittlerweile schon an welchen Tagen wir jeweils die Bahntrainings absolvieren. An dieser Stelle ein grosser Dank an Salvo für die tolle Küche. Der Rest des Abends verlief relativ unspektakulär, da viele so müde waren, dass sie früh ins Bett gingen. Einige mussten aber auch hier noch ihre Grenzen abtasten, verschwanden sich doch nicht in ihren Zimmern bevor sie kurz vor dem Umfallen waren. Dies machte sich dafür aber beim frühmorgendlichen Dauerlauf bemerkbar. Erbarmen gibt es keines. ☺
Samstag Für das Rappi-Büssli (welches notabene wieder zuerst am Ziel war) verlief die Rückreise so reibungslos wie der Hinweg. So reichte der Vorsprung gar aus, um gemütlich bei der Familie Trutmann zu grillieren. Ein grosser Dank also hier auch noch an Margot und Peter, die dies so kurzfristig möglich machten. Fairerweise muss noch angefügt werden,
dass beim anderen Büssli jeweils der Anhänger angebracht war, und somit viel langsamer fahren musste.
Ich möchte diese Gelegenheit auch noch nützen, um allen zu danken, die dieses Lager möglich gemacht haben. Gian für die perfekte Organisation, Barbara und Heidi für die Super-Massagen, Werni für die Betreuung und Laktatmessungen und natürlich Ruedi. Ruedi, der wie immer mit Leib und Seele dabei war und alles dafür unternahm, dass wir von optimalen Trainingsbedingungen profitieren konnten. Tut mir Leid Ruedi, dass ich die vielen Serien nicht auch noch machte, die du jeweils nach dem Auslaufen mir noch aufbrummen wolltest☺.
Im Namen aller „Auswärtigen“ möchte ich mich auch für die tolle Gastfreundschaft der ganzen Gruppe des LCR bedanken. Diese ist überhaupt nicht selbstverständlich und jeder trug dazu bei, dass dieses Lager für uns alle eine unvergessliche Erinnerung bleiben wird und wir eher mit schlechter Laune wieder in den Alltag steigen müssen.
Ich wünsche allen eine erfolgreiche Saison und lasst uns den Schwung aus diesem Lager mitnehmen, damit wir alle unsere Ziele erreichen.
(PS: Bei den Frauen entschuldige ich mich, dass viele Anekdoten aus der Männergruppe stammen, die sind mir leider etwas mehr präsent als eure…☺)

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