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Die Konkurrenz als Förderfaktor

Die besten Mittel- und Langstreckenläufer der Region trainieren seit kurzem in Regensdorf. Sie sind Teil des Nationalen Leistungs-zentrums Zürich (NLZ).
Seit fünf Jahren fördert Swiss Athletics an drei Standorten (Lausanne/Aigle, Bern und Zürich) die hoffnungsvollsten Schweizer Leichtathleten. Das zusätzliche Angebot soll die Arbeit des Heimtrainers eines Athleten unterstützen, die Sportler aber auch durch höhere Trainingsqualität und -konkurrenz zu besseren Leistungen beflügeln.
Doch gerade im Ostschweizer Leistungszentrum in Zürich gab es bisher für die Mittel- und Langstreckenläufer kein Angebot. Diese Lücke wurde nun mit der Wahl von Regensdorf geschlossen. Auf der Sportanlage Wisacher ist schon seit Jahren die grösste Dichte an leistungsstarken Läufern anzutreffen, die auch weite Anreisewege auf sich nehmen. «Künstlich etwas aufbauen wollten wir nicht», sagt Marco Aeschlimann, Leiter des NLZ Zürich. Die Kontaktsuche zum LC Regensdorf (LCR) lag daher auf der Hand. Zwar läuft die Administration weiter über das NLZ Zürich ab, auf der Bahn gearbeitet wird aber unter der Leitung von Ruedi Meier und dessen Sohn Gian Marco in Regensdorf.
«Es ist sensationell, wie es funktioniert. Und es ist fantastisch, welche Dynamik sich bereits in der kurzen Zeit entwickelt hat.» Die ersten Eindrücke des erfahrenen LCR-Trainers Ruedi Meier, mit den besten Mittel- und Langstrecklern der Region trainieren zu können, sprechen für sich. Ähnlich begeistert tönt es auch von Athletenseite. «In dieser grossen und ambitionierten Gruppe profitiert jeder», meint etwa Marco Kern (LC Schaffhausen), mit einer Zeit von 3:47,02 Minuten Fünfter der 1500-Meter-Bestenliste 2009. Der 22-Jährige hat sich klare Ziele gesteckt und steuert diese konsequent an. Er hebt die harten Bahntrainings am Dienstag hervor. «Serien von 8-mal 1000 Meter lassen sich in einem solchen Umfeld weit effektiver laufen.»
Nötig zum Weiterkommen
Als geglücktes Projekt erwies sich bereits im letzten Winter die Integration von mehreren auswärtigen Läufern. Diese Kadermitglieder besuchten die Rekrutenschule in Kloten und konnten in Regensdorf trainieren. Mit Marco Kern, Adrian Lehmann und Raphael Salm (beide LV Langenthal) ist ein weiterer solcher RS-Lehrgang angelaufen. Dank der neuen Vereinbarung sind weitere regelmässige Trainingsgäste auf dem Wisacher anzutreffen. So etwa Stefano Battaglia (Vigor Ligornetto), Stefan Breit (TV Wolhusen) oder Alexandre Roch
(Stade Genève), welche in Zürich studieren. Sporadisch werden in Zukunft auch Mario Bächtiger (TV Eschenbach), Jan Hochstrasser (BTV Aarau) oder Lukas Geissbühler (LV Langenthal) im Unterland anzutreffen sein. Und mit Christopher Gmür (LC Rapperswil-Jona) hat ein Lauftalent zum LCR gewechselt.
«Die Besten müssen mit den Besten trainieren», sagt Ruedi Meier. Schon seit Jahren funktioniert seine Leistungsgruppe nach diesem Motto. Mirco Zwahlen, der fünffache Schweizer Meister über 1500 Meter, ist daraus hervorgegangen. Nun ist Meiers Gruppe quantitativ und qualitativ gewachsen. Und durch die neue Kooperation hat sich ein zusätzliches Angebot ergeben: ein Sprinttraining für die 400- und 800-Meter-Spezialisten in Zürich. Dieses bietet Nationaltrainer Flavio Zberg an. Auch das ein neuer Impuls, von dem die Talente profitieren werden. Jörg Greb

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