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Bericht Trainingslager Kienbaum DE

Trainer:
Daniel Höse, Christoph Zwahlen Mehrkampfgruppe:
Patrick Habegger, Stephanie Tsao, Martina Aeschlimann, Michael Tal, Christian Aeschlimann
1. Tag 30.04.2011
Mit fast einer Stunde Verspätung hob unsere Maschine Richtung Berlin endlich ab. Die Nervosität besonders bei unserem jüngsten Athleten Christian war deutlich zu spüren, da es sein erst 2. Flug war. Nach einer Stunde Herumgezappel und der obligatorischen Kurzverpflegung konnten wir dann unsere Mietautos entgegennehmen. Deutsche Autobahn, was für ein Spass, nur konnte leider unsere Panda nicht ganz mithalten, obwohl er sich grosse Mühe gab.
In Kienbaum, dem deutschen Bundesleistungszentrum, bei sonnigem Wetter angekommen, hiess es dann Gepäck im Zimmer verstauen und in 10min auf dem Trainingsplatz zu erscheinen. Ein kurzen Fussballspiel, Lauf-ABC, ein paar Kurzsprints und schon war unser erstes Training absolviert. Im Eiltempo wurde geduscht um das köstliche Essen zu geniessen. Zum Abschluss des ersten Tages haben wir noch das ganze Gelände inspiziert.
2. Tag 01.05.2011
Unsere Trainer haben den Tag der Arbeit sehr wörtlich genommen. Angefangen mit einigen Startübungen ging’s über zum Kugelstossen und Dank den motivierten Athleten gab’s über Mittag noch ein gemütliches Beachvolleyballspiel. Das klingt noch nicht nach besonders viel Arbeit, aber jetzt kommt’s: am Nachmittag kämpften wir uns über die teils sehr hohen Hürden um uns abschliessend noch über 300m, 200m und 100m zu quälen. Das einzig gute war, dass uns die Sonne den ganzen Tag über beistand. Als hätten wir noch nicht genug geleistet ging es nach dem Abendessen noch ins Schwimmbad. Die Mädels hatten offensichtlich noch zuviel Energie und haben ihre Längen gezogen während die Jungs bewiesen haben, dass man(n) nie erwachsen wird.
Da wir uns im Heimatland eines unserer Trainer befanden, wollte uns Daniel die Köstlichkeiten seiner DDR-Kindheit nicht vorenthalten. Vom schaumigen Joghurt über etwas seltsame Kräcker bis hin zu mundspühlartigem Getränk haben wir alles serviert bekommen. Fazit: nicht alles war schlecht in der DDR ;o) !
3. Tag 02.05.2011
Mit schmerzverzehrten Gesichtern erschienen alle (auch unsere beiden Trainer) zum obligatorischen Morgenjogging bei leider kaltem und leicht regnerischem Wetter. Später durften wir erstmals in der Wurfhalle Diskus trainieren. Beim Einlaufen und Studium der Videoanalyse war zu hören bzw. zu sehen, dass der Vortag seine Spuren hinterlassen hat. Die Bewegungen waren nicht mehr so geschmeidig und kraftvoll wie am Tag zuvor. Es kam uns daher gelegen, dass wir über Mittag Zeit für ein kurzen Nickerchen hatten.
Das Wetter zeigte sich noch immer nicht von der besten Seite, daher absolvierten wir das Weitsprungtraining in der Laufhalle. Diese hatte nebst einem Lauftunnel noch eine
Hochsprung-, eine Stabhochsprung und eine Weitsprunganlage zu bieten. Bestweiten wurden keine gesprungen, dafür waren die Beine einfach zu schwer. Am Abend waren dann alle so müde, dass wir früh zu Bett gingen nachdem in vier verschiedenen Zimmern noch Hawaii Five-O über die Bildschirme flimmerte.
4. Tag 03.05.2011
An diesem Morgen ging’s in den Kraftraum wo wir auf andere Athleten trafen, die uns vor Auge geführt haben, dass man auch ganz andere Gewichte stemmen kann. Es gab schon einige staunende Gesichter unsererseits. Nachdem wir genug gestaunt haben, konnte es los gehen mit Bankdrucken, Reissen, Störchen, Kniebeugen und anderen „lässigen“ Übungen. Nach dem schweisstreibenden Training hatten wir uns eine Belohnung verdient und machten uns auf ins Tropical Island. Eine ehemalige Zeppelinhalle, welche in eine tropische Landschaft mit Strand, Rutschen, Minigolfanlage und andere Vergnügungsmöglichkeiten umfunktioniert wurde. Unsere Muskeln nahmen diese Abwechslung dankend an und wir kamen wieder pünktlich und bedeutend erholter zum Abendessen zurück.
5. Tag 04.05.2011
Die Vorfreude auf unser Nachmittagsprogramm war schon am Morgen zu spüren und deshalb waren unsere Speerwürfe nicht ganz zufriedenstellend. Das jedenfalls war die Meinung unserer Trainer. Nach dem kurzen Mittagessen gab es kein Halten mehr und wir machten uns auf in Richtung Berlin! Kaum angekommen steuerten die Jungs Dunkin’ Donuts an. Nach dem Grosseinkauf konnten wir dann endlich mit dem Sightseeing beginnen. Vorbei am Holocaust-Denkmal kamen wir zum Brandenburgen Tor wo wir eine Tour der etwas anderen Art begonnen haben. Mit einem „Spezialfahrrad“ besichtigten wir verschiedene Sehenswürdigkeiten Berlins. Schliesslich wurde es richtig spannend und wir stürmten Nike-Town, wo sich einige total auslebten während andere noch Richtung Adidas-und Pumashop steuerten. Bevor wir uns auf den Weg zurück machten, musste noch die obligate Curry-Wurscht bei Curry36 verspeist werden. Päde
wurde schon langsam nervös, da am Abend das Champions League Halbfinalspiel zwischen ManU und Schalke 04 bevorstand. Die deutschen Kollegen quittierten sein neuerworbenes ManU-Jäckchen mit einem lächeln während Chrigi, der sich als absoluter Eisliebhaber entpuppte, sein drittes Glacé genoss. Das war für alle ein gelungener Tag, ManU hat gewonnen, Chrigi konnte seinen Eis-Gelüsten nachgehen und die anderen haben sich in den Shops ausgetobt. Also gingen wir mit leeren Portemonnaies aber glücklich zu Bett.
6. Tag 05.05.2011
Hochsprung! Um ungestört trainieren zu können, zogen wir uns in die Halle zurück. Dieser Plan hat sich dann auch ausgezahlt und es wurden ansprechliche Leistungen erzielt und auch unsere Trainer waren mit uns zufrieden. Wenn doch der Tag schon zu Ende gewesen wäre. Diese Euphorie wurde durch das Nachmittagsprogramm sogleich wieder getrübt. Besonders die Damen haben ihren Unmut kundgetan und wollten das Programm schnellstmöglich hinter sich bringen. So standen sie eine ganze Stunde zu früh am Treffpunkt. Nun zum Folterprogramm: Erwärmung, Gymnastik, Lauf-ABC intensiv, Steigerungen, Abläufe,
2x400m, 2x300m, 1x200m, 3x100m und zum krönenden Abschluss noch die 10×5 Hürdensprünge. Nachdem wir zum Training angetreten sind wie die Lämmer zur Schlachtbank können wir leider keine weiteren Kommentare machen ohne unsere Trainer zu verärgern, deshalb stehen wir den Lesern für weitere Fragen jederzeit gerne zur Verfügung. Am Abend schleppten wir unsere geschundenen Körper Richtung Sauna, die ganze 30m entfernt lag. Unser Vorschlag den Weg mit dem Auto zurückzulegen wurde resolut abgelehnt. Den Versuch unsere schmerzen Gliedmassen zu regenerieren ist total fehlgeschlagen. Erst beim gemeinsamen BBQ kam wieder ein bisschen Leben in die Trainingsgruppe. Trotzdem waren alle froh, diesen Tag überlebt zu haben.
7. Tag 06.05.2011
Mit Müh und Not kämpfen wir uns wie wahre Krieger aus den Betten und an den Frühstückstisch. Aber auch ein bisschen Wehmut hat sich am Tisch breit gemacht, da unser letztes Training in Kienbaum bevorstand. Nach einigen Startübungen und Kurzsprints war es dann auch so weit und wir mussten „auf Wiedersehen Kienbaum“ sagen. Am Flughafen angelangt hiess es dann erst mal Schlange stehen und abwarten. Zu erwähnen ist, dass beim Check-in nicht die Damen einen Aufpreis für Übergewicht bezahlen mussten, sondern zwei Herren (Namen der Redaktion bekannt). Der Flieger war zur Abflugzeit noch nicht mal gelandet, also blieb uns nichts anderes übrig als uns die Zeit zu vertreiben. Einige haben gegessen und Musik gehört, andere haben den Lagerbericht vollendet.
Wir danken unseren Trainern, Daniel Höse und Christoph (Susi) Zwahlen für die Schmerzen und Qualen, die sie uns mit grosser Freude zugefügt haben. Was wir ihnen zugute kommen lassen ist, dass sie selbst auch immer mit von Partie waren und sich vor den Übungen nicht gedrückt haben. Aber auch vielen Dank für die Organisation und die schönen Ausflüge, die wir gemeinsam machen konnten. Einen herzlichen Dank geht auch an den lieben Panda, der uns von A nach B gebracht hat, wenn auch nicht ganz so schnell. Alles in Allem hatten wir grossen Spass und freuen uns schon auf die bevorstehende Saison und das Trainingslager 2012!
Martina & Stephi
Auch im Namen von Päde, Michi und Chrigi

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