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Bosshards Gold auf der Heimbahn

Nach ihrem unwiderstehlichen Schlussspurt freut sich Alexandra Bosshard vom LC Regensdorf über ihre Goldmedaille
im 800-Meter-Lauf der unter 20-Jährigen. Bild: Albert René Kolb
Leichtathletik. An den U20-/U23-Schweizer-Meisterschaften hat Alexandra Bosshard mit ihrer Goldmedaille im 800-m-Lauf für den Höhepunkt aus Sicht des Gastgeberklubs Regensdorf gesorgt. Weitere Einheimische verpassten das Podest nur knapp.
Albert René Kolb
Die Szenen nach dem Zieleinlauf im 800-Meter-Final der U20-Athletinnen gerieten zum unumstrittenen Stimmungshöhepunkt im Regensdorfer Wisacher am vergangenen Wochenende. Alle wollten sie der Siegerin und Lokalmatadorin Alexandra Bosshard gratulieren, mit Umarmungen, Küsschen und einfach Lärmen, Schreien, Kreischen. Die 19-Jährige hatte soeben Aussergewöhnliches geleistet – mit einem taktisch und kämpferisch hervorragend gelaufenen Rennen gewann die junge Athletin für die Gastgeber vom LC Regensdorf die Goldmedaille. Über ihre Gefühle brauchte man Bosshard kaum zu fragen: «Ich bin voller Euphorie. Einfach super. Auf der eigenen Anlage zu gewinnen, wo ich schon Hunderttausende, eine Million Runden gedreht habe.» Den Finaleinzug hatte Bosshard dank ihrer schnellen Zeit geschafft: «Wir wussten von der langsameren ersten Halbfinalserie. Mein Trainer Gian Marco Meier hat mir 200 Meter vor dem Ziel zugerufen, dass ich zu schnell sei. Darum musste ich nur den 3. Platz halten.»
Dabei hätte eine Zerrung im Vorfeld einen Meisterschaftsstart beinahe verunmöglicht. «Ich musste dreieinhalb Wochen pausieren und war erst seit eineinhalb, zwei Wochen wieder im Lauftraining.» Im Final dann aber zeigte die Maturandin ihre Klasse – als die Glocke zur letzten Runde läutete, lag Bosshard an 3. Stelle, um auf der Schlussgeraden das grösste Stehvermögen von allen zu beweisen. In 2:16,61 Minuten gewann sie schliesslich vor Seline Scherrer (Willisau) und Anja Rüdisüli (Unterstrass Zürich). Zu Beginn der Veranstaltung musste sich das Auge der Fans erst an die neuen blauweissen statt weissschwarzen Tenüs der Regensdorfer Equipe gewöhnen. «Zuerst habe ich mich auch dagegen gewehrt. Aber jetzt finde ich das Tenü gut, es macht uns dünner. Die Streifen», sagte Alexandra Bosshard mit einem Schmunzeln.
Bronze für Castelmur
Im Hintergrund des Grossanlasses zog der frühere Spitzenathlet Mirco Zwahlen als Athletenvertreter im Vorstand des LC Regensdorf die Fäden. Der vierfache Schweizer Meister über 1500 Meter fieberte mit seinen Schützlingen mit, gleich mehrere verpassten einen 3. Rang nur knapp. So ärgerte sich Zwahlen über die um einen Mehrversuch verpasste Bronzemedaille von Bianca Lüssi im Hochsprung. «Heute war ich extrem nervös, ich wollte eine Medaille», meinte die 19-Jährige. Etwas Kraft im Schlussspurt des 1500-m-Finals fehlte Rebekka Leistner als Fünfte. «Ich war vorher eine Woche krank. Aber ich wollte aufs Podest.» Vierter wurde Klubkollege Benedikt Bünz im 1500-m-Final der U23. Oder auch Jessica Reust Vierte im Dreisprung mit 11,50 m.
Die Siebenkämpferin Kim Widmer stiess die 4-Kilo-Eisenmasse im Kugelstossen der U20 ganze 10,83 Meter weit und wurde im Final damit Fünfte von elf klassierten Spezialistinnen. Zwei Plätze vor ihr landete die Klotenerin Janine Castelmur, die sich mit ihren 11,47 Metern die Bronzemedaille verdiente. Den 1-Kilogramm-Diskus warf die Klotenerin 34,11 Meter weit, was ihr zum 5. Platz gereichte. Der Hüntwangener Tim Baur schliesslich beendete den 400-Meter-Hürdenlauf der unter 20-Jährigen in 59,21 Sekunden auf dem 10. Platz.

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