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Joëlle Flück
Gian Marco Meier
Vom 6.-15. September fanden die Jeux de la Francophonie in Nizza statt. Die teilnehmenden Nationen sind Länder, in welchen Französisch als eine der Landessprachen anerkannt ist. Es gab aber auch Nationen bei denen für die meisten Athleten nicht genau klar war, wieso diese teilnehmen durften. Ungefähr 3000 Athleten aus vorwiegend afrikanischen und europäischen Ländern wie zum Beispiel Kamerun, Marokko, Senegal, Elfenbeinküste, Polen, Belgien, Frankreich, Luxemburg usw. aber auch aus Ländern wie Kanada, Vietnam und den Seychellen weilten während fast zwei Wochen in Nizza, um sich in verschiedenen Sport- sowie Kulturdisziplinen zu messen. Dabei handelte es sich um Judo, Tischtennis, Basketball, Fussball, Leichtathletik, Ringen, Musik, Fotografie, Marionetten, Jonglage, Hip Hop, Tanz, Schriftsteller usw.
Das Schweizerteam stellte den grössten Teil der Athleten in der Sparte Leichtathletik. Mit dabei war auch Joëlle Flück vom LC Regensdorf, welche sich über 1500m qualifizierte. Da ihr Vorlauf kurz vor der Anreise nach Nizza gestrichen wurde, wusste sie, dass sie sich fast eine ganze Woche lang in Nizza auf ihren 1500m Lauf vorbereiten konnte. So nutzte sie die ersten Tage, um noch einmal intensiv zu trainieren. Danach galt es, sich optimal zu erholen, um am Tag X die bestmögliche Leistung abzurufen. Joëlle`s Leistungskurve zeigte in die letzten Wochen noch einmal steil nach oben. Sie freute sich unheimlich auf ihren Lauf, wobei die Aufgabe nicht einfach war. Die besten sieben Läuferinnen im Feld wiesen Bestleistungen von 4:10min und schneller auf. Einige haben bereits diverse Medaillen an Grossanlässen gewonnen und nahmen an der Leichtathletik WM 2013 in Moskau teil. Dahinter war die Leistungsdichte nicht geringer. Joëlle lag auf dem 11. Melderang, wobei es jedoch etliche Läuferinnen gab, deren Bestleistung nur unwesentlich langsamer war. Das Ziel für den Wettkampf war also klar: wenn möglich Bestleistung laufen und sich so weit vorne wie möglich platzieren. Die Athletin vom LC Regensdorf wusste jedoch auch, dass es nicht einfach werden würde und eine Rangierung in den Top 7 schier unmöglich war.
Als der Startschuss fiel, reihte sich Joëlle geschickt und wie abgemacht in den vorderen Positionen ein. Das Rennen begann jedoch sehr langsam und so entschied sich Joëlle auf Bahn zwei weiterzulaufen, um möglichst nicht in Rempeleien verwickelt zu werden. Die 800m-Marke wurde dann in sehr langsamen 2:29min passiert, welches einer Endzeit von ca. 4:37 entsprechen würde. Danach begann eine der beiden schnellen Marokkanerinnen (Bestzeit 4:02) das Tempo zu beschleunigen. Joëlle konnte sich geschickt an der 4. Position halten und wechselte an die Innenkante. Leider verlangsamte sich nach 150m das Rennen wieder, weil eine Kanadierin die Handbremse zog. 400m vor dem Ziel ging dann die Post ab. Die letzte Runde wurde von den vorderen Läuferinnen so schnell absolviert, als wäre es ein 800m Lauf (59 Sekunden). Bis 200m vor dem Ziel lag Joëlle noch dicht hinter der rumänischen Läuferin an 8. Stelle. Leider verlor sie ganz am Schluss noch etwas an Terrain und wurde 50m vor dem Ziel noch von einer Französin überholt. Sie beendete das Rennen damit auf dem hervorragenden 9.Platz und absolvierte die Schlussrunde in ca. 64 Sekunden. Joëlle freute sich über ihr super Rennen, war aber auch etwas enttäuscht, dass dieses langsame Rennen eine neue Bestzeit verunmöglichte. Die leise Enttäuschung wandelte sich jedoch schnell in Freude um, als sie die Zwischenzeiten studierte.
1500m
Distanz
200m
400m
600m
700m
800m
100
0m
1100m
1200m
1400m
1500m
Genaue Zeit
Joëlle Flück 9. Rang
34.02
73.69
1.51.60
2.11.10
2.29.28
3.03.21
3.20.50
3.36.09
4.07.39
4.25.11
4.25.17
39.67
39.91
19.5
18.18
32.93
17.29
15.59
31.30
17.72
39.67
39.91
37.68
32.93
32.88
31.30
17.72
73.69
75.59
66.81
49.02
Letzte Runde 64.61 = 1500m Tempo von 4.02′
Die Vorbereitung, das Rennen und die gesamte Zeit in Nizza waren eine wunderschöne Erfahrung, aber auch eine neue Motivationsspritze für das kommende Wintertraining.
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei meinen Trainern Gian Marco und Ruedi Meier bedanken, welche extra für das Rennen nach Nizza gefahren sind und mich auf dem Platz tatkräftig unterstützt haben. Der Dank gilt aber auch für die Vorbereitungszeit, welche nicht immer ganz einfach war. Sie haben jedoch immer an mich geglaubt und mich in jeder Lebenssituation unterstützt. Vielen Dank, ich freue mich jetzt schon auf die nächste Saison mit euch;-).
Ein ganz herzlicher Dank geht jedoch auch an den LC Regensdorf und das gesamte LC Running Team, an meine Trainingsgruppe in Sursee, an meine Familie und Freunde und an meine Arbeitskollegen und –kolleginnen aus Nottwil. Ihr alle habt an mich geglaubt und mir zur Seite gestanden, vielen Dank!