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Exploit am RheinEnergie Marathon Köln 2013

Autor: Melanie Böllenrücher
Fotos: Lukas Fuchs, Kevin Kaderka
Wie schon vor zwei Jahren, reiste das Inline-Team Furttal auch dieses Jahr wieder mit einer gut 25-köpfigen Gruppe nach Köln. Um Mitternacht am Freitag trafen auch die letzten Sportler nach einer rund sechsstündigen Autofahrt beim Hotel Drei Kronen ein – und begaben sich auf direktem Weg in die bereits eingecheckten Zimmer.
Den Samstag widmeten wir der allgemeinen Rennvorbereitung mit Startnummer-Bezug an der grossen Köln Marathon Expo (wo sich einige von den unschlagbaren Ausstellungsaktionen verlocken liessen und sich mit neuem Laufschuhwerk, Sportbekleidung und Inline-Material eindeckten), mit Einlaufen (und -rollen), Kölner Altstadt besichtigen und Pasta-beigen.
Der Sonntag 13.10.13 begann vor allem für die Läufer sehr früh. Der Wecker klingelte um 06:00 Uhr, worauf das Frühstück folgte – und ein erster Wetterschock: kalte 7 Grad, gefühlt wie deren 3, Wind und Regen, alles entgegen den Meteo-Vorhersagen! Der Regen liess kurz vor dem Startschuss noch nach, die Kälte aber verharrte weiter in den Knochen. Nichts schien wie dazumal, im Jahre 2011, als ich meine bisherige Bestzeit von 1.29:14 gelaufen war. Endlich war es soweit – pünktlich um 08:30 Uhr fiel der Startschuss, die Masse mit 11’000 Läufern setzte sich in Bewegung, auf ging’s auf die 21.1km durch Köln! Von Beginn weg fühlte ich mich nicht gut, meine Beine waren „zu“, ich war zu warm bekleidet, der Gegenwind machte mir
zu schaffen, ich kam nicht ins „Rollen“. Naja, heute wohl nicht mein Tag, ging mir durch den Kopf. Nach der halben Laufstrecke begann ich mich dann doch etwas besser zu fühlen, meine Beine wurden wieder leichter, das Laufgefühl kam zurück. Bei km 15 wurde ich von einem „grünen“ Läufer eingeholt, der sich als Kevin, meinen Motivator, Supporter und Pacer herausstellen sollte. Nach einem kurzen Wortwechsel über unsere heutigen Ziele, beschloss er (zumindest für die nächsten 4km) die Führungsarbeit zu übernehmen. Gemeinsam schlugen wir ein höheres Tempo an, kamen ins „Fliegen“, die Kilometer
zerrannen nur so! Bei km 19 musste ich ihn ziehen lassen, doch ich versuchte nicht an Tempo zu verlieren. Die Zeit hatte ich zwischenzeitlich nicht mehr unter Kontrolle – doch ich war mir bewusst, dass auch dieses Jahr eine Endzeit von unter 1:30 realisierbar sein würde. So lief ich die letzten beiden km auf mich alleine gestellt, rannte was das Zeug hält, fühlte nochmals das wahre Laufgefühl, wie es sein
muss und erhaschte auf der Zielgeraden einen Blick auf die Uhr über dem Zielbogen: 1:25. …. WHATT??? Nochmal alles geben auf den letzten 100m … und die Uhr blieb tatsächlich bei 1:25.49 stehen … ich konnte es nicht fassen! So überquerte ich die Ziellinie als 10. Frau von über 4’000 Starterinnen und lief voller Euphorie und Adrenalin zu meinem Kollegen, bedankte mich für die unbezahlbare Führungsarbeit!
Eingehüllt in einen Plastiksack, geschützt vor dem nach wie vor kalten Wind, ging ich zurück zum Hotel, wo mich Luki als Supporter, Fotograf, Kleiderträger und unermüdlicher Begleiter mit offenen Armen in Empfang nahm!
Auch meine Halbmarathon-Mitstreiter aus dem Inline-Team lieferten super Leistungen: Heinz, der sich seinen Weg durch tausende von Läufern nach vorne suchen musste, beendete seinen Lauf in guten 1:52.33. Maria (2:41.01), Ruth (2:50.52) und Angi (2:54.04) schafften alle den Weg ins Ziel innert der Zeitlimite von 3h … und erst noch schneller als vor zwei Jahren!
Unsere Kollegen auf den Inlineskates hatten es schwieriger. Nasse Strassen und Herbstblätter auf der Strecke erhöhten das Unfallrisiko enorm und forderten äusserst vorsichtiges und konzentriertes Fahren von den Athleten. Umso erfreulicher ist, dass sich keine ernsthaften Vorfälle ereignet haben. So raste Fredy als erster Furttaler über die Ziellinie (1:29.32) vor Philipp Jaisli (1:29.48) und Tako (1:29.54) und belegten die Plätze 20, 22 und 23 der Gesamtwertung! Sarah, Chrigi und Beat bewältigten die 42.195km grösstenteils zusammen und waren nach etwa 1:47 im Ziel … wobei hier die Zeitmessung versagte und so Chrigi und Sarah aus unerklärlichen Gründen ohne Endzeit in der Resultatliste zu finden sind. Rolf, Ralf und Philipp Bregy verzichteten aus Sicherheitsgründen auf den Start und Europameister Luki Iida musste das Rennen vorzeitig beenden wegen eines technischen Zwischenfalls.
In diesem Sinne allen Finishern, Kämpfern und Supportern herzliche Gratulation zum diesjährigen Kölner Marathon – einen speziellen Dank gilt unserem Kölner Stadtführer Ralf Stein und natürlich dem Vereinspräsidenten Beat Jaisli für die wiederum perfekte Organisation des ganzen Wochenendes!
Das war er also: der Top-10-Rang mit neuer PB am grossen Stadtmarathon als Revanche auf meine verpasste Teilnahme an der HAMA-SM am Greifenseelauf :-)!!

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