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Vienna City Marathon 13. April 2014

Autorin: Corinne Grieder
Nachdem wir am Freitag kurz nach Mittag in Wien gelandet sind und im Hotel
eingecheckt haben (das Footing war bereits am Morgen früh erledigt), sind meine Eltern und ich zur Marathonmesse gefahren, um dort unsere Startnummern abzuholen. Schnell an den vielen Ständen der Aussteller vorbei, noch ein Foto mit den Hahnertwins (yeah ) und schon ging es mit der U-Bahn wieder zum Hotel zurück- Sightseeing sollte man ja nicht noch vor einem Marathon machen…Frisch geduscht und mit gehörigem Appetit, ging es in ein Restaurant, das für seinen Tafelspitz (welt)berühmt ist. Dort trafen wir den Rest der Laufgruppe meiner Eltern, rund 30 Läuferinnen und Läufer, und füllten ein erstes Mal unsere Speicher. Am Samstagmorgen stand zuerst ein lockerer 8km Dauerlauf auf dem Programm, bevor es zum Morgenessen ging. Anschließend musste ich meine Wettkampfverpflegung fertig vorbereiten und dann ging es ein zweites Mal zur Läufermesse, wo ich meine sieben Fläschlein abgab (Foto)- hoffentlich klappt das morgen… Am Abend dann noch eine Portion Pasta und dann ging’s ins Bett. Um Sonntag um 05.46 Uhr klingelte der Wecker. Auf, zwei Honigbrote gegessen und um 07.30 Uhr ab zur U-Bahn und zum Startgelände. Pippi, Einlaufen, das übliche Prozedere und dann fiel Punkt 09.00 Uhr der Startschuss. Yeah endlich geht’s los, let’s Waltz! lautete das diesjährige Motto des Wien Marathons! Mit den Zwischenzeiten auf dem Arm, notiert mit wasserfestem Stift, passierte ich die Kilometermarken 5, 10 und 15 und war voll im Fahrplan. Dann kurz vor der Halbmarathonmarke musste ich Tempo rausnehmen, weil mich heftiges Seitenstechen plagte. Als ich mich dann aufs bewusste Ein-und Ausatmen konzentrierte, lief es dann wieder ganz gut bis km25, als das Seitenstechen ein zweites Mal auftrat und ich zudem das Gefühl hatte, meine Beine seien jetzt schon leer! Meine Eisenspeicher waren nicht optimal gefüllt, das wusste ich nach der Blutentnahme und der anschließenden Eisenspritze am vergangen Montag. Dennoch: halte ich das weitere 17km so durch? Nichts da, beißen und weiter! Tatsächlich ging es dann wieder besser und relativ rund bis km35. Auch das mit der Eigenverpflegung auf den separaten Tischen am Streckenrand klappte hervorragend. Die Fläschlein standen zwar da, aber die Brühe zu trinken (Dextro Energy Gel in Kamillentee) war zu diesem Zeitpunkt alles andere als prickelnd: einerseits brachte fast nichts mehr runter, anderseits befürchtete ich so nochmals
unangenehmes Seitenstechen zu provozieren (weil der Atemrhythmus irgendwie
ungünstig unterbrochen wird). Ok, „nur“ noch 7km. Und ich lief ja bis jetzt schon alles alleine, da macht das bisschen Wind auch nichts mehr! Ehm ja, nicht so ganz…Die letzten Kilometer waren echt tough, der Kopf war zwar gut aber die Beine wollten nicht mehr. Es ist schwierig zum beschreiben, aber es ist so ein Gefühl als müsse man einfach anhalten, obwohl man das gar nicht möchte Die Zuschauer am Straßenrand jedoch waren genial und ich konnte mich selber noch pushen, dass es ja bald geschafft sei. Obwohl die sub3-Stunden-Marke mittlerweile außer Reichweite lag, konnte ich gegen Ende hin nochmals etwas „anziehen“. Ich lief über den blauen Teppich auf den Heldenplatz und die Uhr stoppte schließlich bei 03:04:12! Done!! Der Zieleinlauf entschädigt für alles, obwohl ich mir unterwegs schwor, nie mehr Marathon zu laufen… Einfach wow! Die Finishermedaille umgehängt, die Pelerine darüber, um ein Auskühlen zu verhindern (oder zu verzögern?), schleppte ich mich zum Lastwagen mit meinen Effekten. Laufen war schlecht, stehen war schlecht, sitzen noch schlechter… Nach einer gefühlten Ewigkeit hab ich’s dann zurück ins Hotel geschafft, wo auch schon meine Mama (sie lief den Halbmarathon) auf mich wartete- danke Mami! Kurze Zeit später kehrte auch mein Vater zurück, ebenfalls mit neuer PB, cool! Nach einer wohlverdienten Dusche musste ich mich aber dann doch noch etwas hinlegen, bevor wir noch einen kurzen Abstecher zum Prater machten und während der Fahrt auf dem Riesenrad die wunderbare Stadt Wien nochmals aus einer anderen Perspektive sahen. Alles vorbei- es war top, aber auch hart. More to come! 

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