Di wilde Gazälle am Züri Marathon 2018

Autor: Melanie Böllenrücher

Fotos: Katharina Vetterli, Hervé Sourisseau

 

Es ist wieder einer dieser Sonntagmorgen in Zürich: die Strassen sind für den Verkehr gesperrt, Marathon und Adrenalin liegen in der kühlen Morgenluft – welche noch heiss werden soll heute, wenn es nach den Vorhersagen der Meteodienste geht. Blauer Himmel überdacht das Marathongelände und irgendwo zwischen Mythenquai, rechtem Zürichseeufer und Meilen tigern mal wieder 4 nervöse, aber wilde Gazellen umher.

Pünktlich um 08:37 fällt der Startschuss zum 9. Teamrun – di wilde Gazälle zum 5. Mal mit
dabei. Rasant geht es los auf den ersten 9km! Schnell werden die hintersten Marathonläufer
eingeholt, welche 7 Minuten zuvor gestartet sind, und für Gazelle Nummer 1, Yvette, beginnt ein Zickzack-Lauf sondergleichen, bis sie in der erste Wechselzone nach 36’35“ an Gazelle Nummer 2, Christina übergibt. Als erste aller Frauen-Teams. Di wilde Gazälle bereits auf Siegeskurs!

Christina läuft los, 11,7km liegen vor ihr, leichtfüssig rast sie um das Seebecken und in vollem Tempo in Richtung zweite Wechselzone in Winkel, wo Gazelle Nummer 3, Nadine, nervös umhertigert. Christina läuft die zweit-schnellste Zeit der Frauen-Kategorie und übergibt abermalls als erste an Nadine. Di wilde Gazälle weiterhin auf Siegeskurs!

Nadine ist kaum zu bremsen und drückt voll aufs Gaspedal – die 4km-Strecke ist die kürzeste Etappe des Teamruns, deshalb heisst es VOLLGAS! Und voilà: sie läuft die schnellste Zeit und übergibt als erste an mich, Melanie, Gazelle Nummer 4. Natürlich: di wilde Gazälle noch immer auf Siegeskurs!

Ich laufe los, knapp 18km liegen vor mir, bis in Zürich der gemeinsame Zieleinlauf auf uns wartet. Es ist mittlerweile halb elf, die Sonne brennt, die Meteodienste hatten recht – ein Sommertag! Dies lockt hunderte von Zuschauern auf die Strassen, was wiederum etwas entschädigt für das Leiden in der Hitze … aber es werden harte km. Besonders als ich plötzlich von einer Frau überholt werde. In horrendem Tempo. Mir wird sofort klar: di wilde Gazälle sind nichtmehr auf Siegeskurs!

Trotzdem laufe ich natürlich weiter so schnell es geht – jetzt bloss nicht auch noch den 2. Rang verspielen! Am Bellevue erwartet uns Läufer eine tobende und tosende Zuschauermenge und gibt uns nochmals einen Schub Energie für die letzten km. Und dann habe ich es geschafft – 100m vor mir sehe ich drei wilde Gazellen, die orangen Shirts leuchten schon von weitem, und wir laufen gemeinsam ins Ziel!

Di wilde Gazälle nach 3.06,06 auf Rang zwei!! Ganz und gar kein neuer Teamrekord;-), aber trotzdem: wir feiern uns, auch wenn wir insgeheim natürlich auf die Titelverteidigung hofften:-)! Es war ein toller Tag, mal wieder ein anderes Laufen – nicht „nur“ für sich selbst, sonder für’s Team eben. Für ein tolles Team!

Dankä a eusi treue Fans, dankä a di wilde Gazälle, insbesondere a oisi LCR-externi Gazälle Yvette, wo igsprunge isch, zum gwüssi Trainingslager-Abweseheite absolut würdig z’kompensiere:-)!

X