Doppeltes Gold und ein Schweizerrekord in Langenthal

Nach sieben langen Jahren ohne einem Meistertitel an den Staffel-Schweizermeisterschaften gewannen die Frauen des LC Regensdorf gleich zwei Goldmedaillen. Die erste über 3 x 1000m und nur wenige Stunden später gleich noch diejenige in der Américaine-Staffel. Dazu krönte das Américaine-Team LCR2 das Palmares mit einer zusätzlichen Broncemedaille.

Autor: Gian Marco Meier  / Foto: Gian Marco Meier

Die diesjährigen Staffel-Schweizer- Staffelmeisterschaften fanden nur eine Woche nach den Schweizermeisterschaften in Langenthal statt. Mit einem riesigen Team und grossen Ambitionen startete der LC Regensdorf mit 6 Staffeln.

 

3 x 1000m

Erst einige Tage vor den Meisterschaften gewann Lea Laib die Zuversicht, dass die Achillessehnenprobleme, welche sie seit dem Frühling plagten, doch noch einen Start über 3 x 1000m zuliessen. Mit der notwendigen Vorsicht lief Lea in der Spitzengruppe mit und büsste erst auf den letzten 200m noch einige Sekunden auf die schnellsten Teams ein.

Michèle Wieland hielt sich an die taktischen Anweisungen. Mit viel Geduld sollte sie nur langsam den Rückstand zulaufen. So wartete Michèle bis auf die letzte Runde, zeigte auf dieser aber mit einem fulminanten Endspurt ihr grosses Potential und wechselte bereits an zweiter Stelle liegend auf Ravenna Gassmann.

Mit sehr schnellen Durchgangszeiten übernahm sie schon auf der ersten Runde die Führung und liess der übrigen Konkurrenz keine Chance mehr, den Rückstand aufzuholen. Ravenna lief ihren Abschnitt um 5 Sekunden schneller als ihre bisherige Bestzeit und lief mit einem deutlichen Vorsprung ins Ziel.

In der Zeit von 8:49.65 gewann das LCR-Team souverän den ersten Schweizermeistertitel seit 2011 und blieb nur knapp über dem Vereinsrekord von 8:45.

 

Américaine

Sämi Jost, Alessio Büchi und Luca Bass starteten in der Américaine-Staffel. Ohne feste Wechselräume  gilt es die Distanz von 3000m zu absolvieren. Die meisten Teams teilen sich die Strecke so auf, dass jeder Läufer 5 x 200m läuft und dazwischen in weniger als 1 Minute Pause versucht, möglichst viel Laktat abzubauen!

Nach einem sehr ernüchternden Ergebnis im letzten Jahr, wollten die drei Jungs es in diesem Jahr viel besser machen. Auf keinen Fall sollte wieder passieren, dass sie alle Kraft auf den ersten Ablösungen verpufften und dann stark abbauten. Fast ein wenig zu vorsichtig starteten Sie und liefen lange Zeit im hintersten Teil des Feldes. Die schnellsten Abschnitte liefen sie erst ganz am Ende des Rennens, konnten so aber noch einige Mannschaften überholen und waren in 7:02.29 deutlich schneller als im letzten Jahr. Mit der nun gewonnen Erfahrung gelingt im nächsten Jahr sicher noch ein viel besseres Resultat.

Endlich war es dann soweit. Nach vielen Jahren warten, durften sich auch die Frauen erstmals der härtesten Disziplin im Mittelstreckenbereich stellen. Selbstverständlich, dass sich dies unsere Girls nicht zweimal sagen lassen mussten, und gleich 3 Teams des LCR meldeten.

Michelle Gröbli und die beiden U23-EM-Teilnehmerinnen Selina Fehler und Karin Disch galten sicherlich als die grossen Favoritinnen. Bereits nach einem fulminanten Start von Michelle und einer ersten Ablösung in 26 Sekunden von Selina waren sie dem Rest des Feldes enteilt. Nun war die Schwierigkeit, wie der grosse Vorsprung am besten zu verwalten war. Etwas vorsichtig in den mittleren Ablösungen war das Rezept, so dass auf den letzten Runden der Vorsprung auf über 15 Sekunden ausgebaut werden konnte. Die Siegerzeit von 7:31.20 sicherte nicht nur den ersten Schweizermeistertitel in der Américaine-Staffel sondern gilt bereits als Schweizerrekord !

Leana Wanner, Ravenna Gassmann und Lavignia Lovato starteten als LCR2. Sie waren zu Beginn des Rennens das einzige Team, welches wie das erste Team ebenfalls sehr schnell startete. Dank guten Wechseln und schnellen Abschnitten liefen sie immer an zweiter oder dritter Stelle. Erst auf der letzten Runde machten die 4. und 5. Platzierten Teams immer mehr Boden gut und sorgten nochmals für Spannung. Obwohl Ravenna bereits mit einem sehr schnellen 1000er vorbelastet war, machte sie den Unterschied zu den übrigen Teams. Mit grossem Kampfgeist und unglaublichem Willen verteidigten Lavignia und Leana auf den letzten 300m den 3. Rang und sicherten sich so in 7:48.36 die Broncemedialle!

Zur eindrückliche Machtdemonstration des LC Regensdorf trug auch unser 3. LCR-Team mit Sina Laube, Suhely Durgauhee und Annika Vetterli bei. Dass fast ein Drittel aller Teilnehmerinnen die weiss-rot-blauen Farben des LCR trugen, hat die Konkurrenz sicher bereits beim Stellplatz beeindruckt! Und auch unser jüngstes Team schlug sich überraschend gut und klassierte sich in 8:29.32 auf dem 10. Rang.

 

Olympische

Den Abschluss der sehr erfolgreichen Meisterschaften machten unsere Jüngsten in der Olympischen Staffel der Kategorie U18W. 800m, 400m, 200m und 100m gilt es bei der Olympischen zu absolvieren. Trinity Eberhard, die jüngste im Team und dem ganzen Feld, übernahm die Mittelstreckendistanz. In 2:21.4 gelang egalisierte sie ihre PB und übergab den Staffel-Stab an Sarah Bickel. Sarah sprang relativ kurzfristig als Ersatzläuferin ein und sprintete über die ganze Bahnrunde. Aline Laube und Luana Killias übernahmen den Part der Sprinterinnen und schlugen sich dabei ganz beachtlich. So klassierte sich die Rookies in 4:10.74 auf dem guten 8. Rang.

Dass der LCR nicht wieder 7 Jahre auf den nächsten Staffel-Titel warten müssen, dafür ist also hoffentlich schon gesorgt!

Bericht des Unterländer sowie zum Lauf von Jonas Raess in Bellinzona: 2019.09.01 Staffel-SM + Bellinzona ZU

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