Autorin: Leana Wanner

An der Cross-Europameisterschaft 2025 im portugiesischen Lagoa zeigte Jonas Raess einmal mehr seine Kämpferqualitäten. Trotz eines frühen Sturzes und später diagnostizierter Verletzungen kämpfte sich der Schweizer Langstreckenläufer beherzt durch das Rennen und zeigte eindrücklich sein läuferisches Potenzial.

Die Vorbereitung auf die Cross-EM war intensiv. Vom 29. Oktober bis zum 4. Dezember 2025 absolvierte Raess ein fünfwöchiges Höhentrainingslager in Dullstroom (Südafrika). Zehn Tage vor den Europameisterschaften kehrte er in die Schweiz zurück, um an der Course de l’Escalade in Genf zu starten.

Der Wettkampf in Lagoa begann jedoch denkbar unglücklich. Der Sturz ereignete sich bereits in der ersten Runde auf der 7.5 Kilometer langen Strecke und stellte den gesamten Rennverlauf auf den Kopf. «Ich wollte ganz vorne mitreden. Nach dem Sturz hat mein Körper eigentlich signalisiert, dass es nicht weitergeht», erklärt Raess. Dennoch entschied er sich, weiterzulaufen. Mit zunehmender Renndauer wurden die Schmerzen erträglicher und Raess startete eine eindrückliche Aufholjagd. Vom zwischenzeitlichen 70. Rang arbeitete er sich bis ins Ziel auf den angesichts der Umstände hervorragenden 26. Platz vor. «Ich hatte keinen richtigen Plan mehr und versuchte einfach, eine Gruppe nach der anderen einzuholen.»

Nach dem Wettkampf folgte die medizinische Abklärung. Raess zog sich zwei Fissuren in der Schulter sowie einen kleinen Riss der Supraspinatussehne zu, eine Operation ist jedoch nicht notwendig. Trotz der erschwerten Umstände blickt der Athlet positiv zurück. «Ohne den Sturz wäre eine absolute Topplatzierung möglich gewesen. So war das nicht mehr drin, aber wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg für unsere weiteren Ziele.»

Aus Sicht des LC Regensdorf war die Europameisterschaft auch abseits der Laufstrecke präsent. LCR-Coach Gian Marco Meier war als Trainer der Schweizer Mixed-Relay-Staffel, welche den 12. Rang erzielte, im Einsatz.

Nun richtet sich der Blick bereits nach vorne. In Kürze reist Jonas Raess erneut für sieben Wochen nach Südafrika, wo er sich gezielt auf seinen nächsten grossen Wettkampf vorbereitet, den Halbmarathon von Barcelona am 15. Februar 2026. Die Cross-EM in Portugal mag sportlich nicht wie erhofft verlaufen sein, sie unterstreicht dennoch die mentale Stärke und das grosse Potenzial des Schweizer Läufers.