Autorin: Leana Wanner
An den Schweizer Hallen Meisterschaften der Aktiven vom 28. Februar und 1. März 2026 in St. Gallen präsentierte sich der LC Regensdorf mit einer starken Teamleistung auf nationaler Bühne. Mit einer Silbermedaille, mehreren Finalqualifikationen sowie engagierten Auftritten unterstrichen die Athletinnen und Athleten ihre gute Form zum Saisonhöhepunkt. Parallel dazu standen mit Franziska Schindler und Adrian König-Rannenberg zwei weitere Vereinsmitglieder bei internationalen Meisterschaften im Einsatz.
400 Meter Frauen – Kämpferische Auftritte und knappe Entscheidungen
Levia Schaden setzte über 400 Meter ein starkes Zeichen. Im zweiten Vorlauf dominierte sie das Rennen von Beginn an und sicherte sich in 57.15 Sekunden einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Damit qualifizierte sie sich für den B-Final, wo sie erneut ihren Kampfgeist unter Beweis stellte. Auf den ersten 200 Metern erkämpfte sie sich die dritte Position und verteidigte diese mit grossem Willen bis ins Ziel. In 56.69 Sekunden blieb sie nur minimal über ihrer, vor zwei Wochen in Magglingen aufgestellten, persönlichen Bestleistung und bestätigte ihre starke Hallensaison eindrücklich.
Auch Trinity Eberhard überzeugte im Vorlauf. Sie gewann ihren Lauf in 57.40 Sekunden ebenfalls von der Spitze aus. Trotz dieses starken Auftritts verpasste sie die Qualifikation für den B-Final denkbar knapp.
800 Meter Frauen – Michelle Gröbli mit grossem Einsatz, aber ohne Finaleinzug
Über 800 Meter der Frauen qualifizierten sich die jeweiligen Vorlaufsiegerinnen sowie die zwei zeitschnellsten Athletinnen für den Final. Entsprechend war eine aktive und entschlossene Rennstrategie gefragt. Michelle Gröbli übernahm in ihrem Rennen früh Verantwortung und sorgte für das Tempo. Nach dem Einbiegen auf die innerste Bahn setzte sie sich an die Spitze und versuchte, das Rennen schnell zu gestalten. Rund 300 Meter vor Schluss griff die spätere Siegerin an. Gröbli kämpfte dagegen, musste jedoch auf den letzten 200 Metern leicht abreissen lassen. Mit 2:10.78 Minuten blieb zunächst die Hoffnung auf eine Finalqualifikation über die Zeit, doch diese erfüllte sich nicht. Damit schied sie leider im Vorlauf aus und blieb an diesen Meisterschaften unter ihrem eigenen Anspruch und ihrem vorhandenen Potenzial.
800 Meter Männer – Silber für Robin Oester, starkes Aktiv-Debüt von Yannic Dubacher
Für den sportlichen Höhepunkt aus Sicht des LC Regensdorf sorgten die 800 Meter der Männer. Robin Oester und Yannic Dubacher standen im selben Vorlauf am Start, wobei die Ausgangslage eindeutig war, da sich ausschliesslich die beiden Erstplatzierten direkt für den Final qualifizierten. Ein Platz unter den ersten zwei war somit zwingend erforderlich.
Yannic Dubacher positionierte sich von Beginn an aufmerksam im vorderen Feld und lief kontrolliert in aussichtsreicher Position. Robin Oester hingegen hielt sich zunächst bewusst am Ende des Feldes auf, um unnötige Positionskämpfe in der Startphase zu vermeiden. Im weiteren Rennverlauf arbeitete er sich jedoch Schritt für Schritt nach vorne und brachte sich rechtzeitig in eine entscheidende Position. Beide Athleten setzten ihre taktische Marschroute konsequent um und reagierten souverän auf die entscheidenden Tempoverschärfungen. Dubacher sicherte sich in 1:55.67 Minuten das Finalticket, Oester folgte in 1:56.10 Minuten.
Im Final entwickelte sich ein hochklassiges und nervenaufreibendes Rennen. Robin Oester musste sich die Position direkt hinter dem Jahresschnellsten Ivan Pelizza vom LC Zürich gleich zu Beginn hart erkämpfen. Mehrfach war er in enge Positionskämpfe und leichte Rempeleien verwickelt, behauptete sich jedoch entschlossen im vorderen Feld. Als Pelizza rund 300 Meter vor Schluss das Tempo entscheidend verschärfte, blieb Oester zunächst dran. Auf den letzten 200 Metern öffnete sich jedoch eine kleine Lücke zum späteren Sieger. Oester kämpfte unbeirrt bis zur Ziellinie und sicherte sich in starken 1:50.43 Minuten die Silbermedaille. Bemerkenswert bleibt, dass sich der vierfache Schweizer Hallenmeister seit Jahren konstant auf diesem hohen nationalen Niveau behauptet und erneut seine Klasse unter Beweis stellte.
Yannic Dubacher zeigte bei seiner ersten Teilnahme an einer Aktiv-SM ein bemerkenswert engagiertes Rennen. Zwar verpasste er im entscheidenden Moment den Anschluss an die Medaillenplätze, doch mit Rang fünf und einer starken Zeit von 1:54.11 Minuten setzte der frischgebackene U18-Schweizer-Meister ein starkes Zeichen auf Aktivstufe.
Christoph Burger durfte nach seiner Hallen-Bestleistung von 1:55.69 Minuten ebenfalls auf den Final hoffen. In einem taktisch geprägten Rennen agierte er aufmerksam, konterte Angriffe und setzte auf der Zielgeraden nochmals alles auf eine Karte. Als Dritter seines Vorlaufs verpasste er die Finalqualifikation jedoch mit 1:57.13 Minuten um lediglich fünf Hundertstel.
Auch Rafael Zimmermann präsentierte sich engagiert. Lange lief er auf der für die Finalqualifikation entscheidenden zweiten Position, musste jedoch in der Schlussrunde einige Konkurrenten vorbeiziehen lassen. In 1:57.28 Minuten belegte er Rang vier seines Vorlaufs und sammelte wertvolle Erfahrungen auf der nationalen Bühne.
Franziska Schindler bei den Deutschen Hallen Meisterschaften im Einsatz
Franziska Schindler stand am selben Wochenende bei den Deutschen Hallen Meisterschaften in Dortmund über 1500 Meter am Start. In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung wurde die Mittelstreckenläuferin durch eine Erkältung beeinträchtigt, was die Trainingsplanung in den vergangenen Wochen erschwerte. Trotz dieser nicht idealen Voraussetzungen zeigte sie ein engagiertes Rennen und erreichte mit 4:26.98 Minuten eine starke Zeit. Für den Einzug in den Final reichte dieses Resultat jedoch nicht.
Adrian König-Rannenberg mit starkem vierten Rang an den Südamerikanischen Hallen Meisterschaften
Adrian König-Rannenberg stand bei den Hallen Südamerika Meisterschaften in Cochabamba über 1500 Meter für Peru am Start. In einem international besetzten Teilnehmerfeld erreichte er den hervorragenden vierten Rang. Mit dieser Platzierung verpasste er das Podest nur knapp und bestätigte seine Konkurrenzfähigkeit auf kontinentaler Ebene.
Der LC Regensdorf darf auf ein intensives und erfolgreiches Meisterschaftswochenende zurückblicken. Die Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene bestätigen die kontinuierliche Entwicklung des Vereins und stimmen zuversichtlich für die kommende Freiluftsaison.
