Autorin: Leana Wanner
Fotos: athletix.ch
Karin Disch vom LC Regensdorf erhielt kurzfristig das Aufgebot für die World Relays in Gaborone in Botswana. Knapp 24 Stunden vor der Abreise wurde sie als Nachrückerin für die Schweizer 4×400-Meter-Staffel selektioniert. Für die 400-Meter-Hürden-Spezialistin war es ein unerwarteter, aber bedeutender internationaler Einsatz nach längerer Verletzungspause. Bereits zum vierten Mal durfte sie an einem internationalen Grossanlass teilnehmen.
Noch wenige Monate zuvor war an einen solchen Einsatz kaum zu denken. Ende Juni 2025 hatte sich die Athletin am Knie verletzt und musste sich seither mit viel Geduld und Disziplin zurückkämpfen. Dass sie nun bereits wieder auf nationalem Spitzenniveau konkurrenzfähig ist und kurzfristig für die Schweizer 4×400-Meter-Staffel selektioniert wurde, unterstreicht ihre eindrückliche Entwicklung.
Die Anreise nach Botswana dauerte mehr als 24 Stunden und stellte eine zusätzliche Herausforderung dar. An den World Relays ging es neben internationaler Wettkampfpraxis auch um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2027. Das Wettkampfformat umfasste zwei Qualifikationsrennen am Samstag sowie eine weitere Möglichkeit am Sonntag.
Ursprünglich war Disch als Ersatzläuferin für den Einsatz am Sonntag vorgesehen. Nach überzeugenden Trainingsleistungen vor Ort und aufgrund einer angeschlagenen Teamkollegin erhielt sie kurzfristig die Gelegenheit, bereits am Samstag zum Einsatz zu kommen.
Disch eröffnete das Rennen für die Schweiz und ordnete ihre Leistung im Anschluss selbstkritisch ein. Das Tempogefühl habe ihr gefehlt, zudem sei es schwierig gewesen, die eigene Geschwindigkeit während des Rennens richtig einzuschätzen. Gleichzeitig ist die Leistung im Kontext zu betrachten, handelte es sich doch um ihren ersten Wettkampf nach einer fast elfmonatigen Wettkampfpause. Die Atmosphäre im Stadion erlebte sie als eindrücklich und von einer grossen Zuschauerkulisse geprägt. Gemeinsam mit Iris Caligiuri, Salomé Hüsler und Annina Fahr belegte die Schweizer Staffel im dritten Heat den sechsten Rang in einer Zeit von 3:34.37 Minuten.
Am Sonntag konnte das Team sein Potenzial nicht mehr ausschöpfen. Mehrere gesundheitliche Probleme innerhalb des Staffelteams erschwerten die Ausgangslage erheblich. Kaya Simasotchi fiel krankheitsbedingt aus, Salomé Hüsler war bereits angeschlagen und auch Karin Disch verspürte beim Aufwärmen Schmerzen im Knie. In der Folge wurde entschieden, dass Iris Caligiuri und Annina Fahr ihre Einsätze absolvieren, bevor das Rennen abgebrochen wurde.
Nach den intensiven Einsätzen wird sich Karin die notwendige Erholung gönnen. Mit Blick auf die kommenden Wettkämpfe zeigt sie sich zuversichtlich. Unabhängig vom Resultat ist ihr Einsatz vor dem Hintergrund der langen Verletzungspause eindrücklich und ist eine Belohnung für ihre konsequente Arbeit. Wir sind stolz auf dich!

