Autorin: Leana Wanner
Die Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 in Birmingham werden dem LC Regensdorf in besonderer Erinnerung bleiben. Erstmals in der Vereinsgeschichte standen mit Jonas Raess und Samira Schnüriger gleich zwei Athleten des LCR an einer Europameisterschaft am Start. Beide überzeugten mit starken Leistungen und sorgten für einen erfolgreichen Auftritt des Vereins auf der internationalen Bühne.
Jonas Raess läuft auf Rang 8
Für Jonas Raess war die EM-Teilnahme bereits seit längerer Zeit ein grosses Ziel. Nach einer verletzungsbedingten Trainingspause zwischen Februar und Mai 2026 verlief die Saisonvorbereitung nicht optimal. Umso beeindruckender war seine Leistung über 10’000 Meter an der EM.
Das Rennen begann äusserst taktisch. Der erste Kilometer wurde in einem für ein Meisterschaftsrennen ungewöhnlich langsamen Tempo absolviert. Danach wurde die Pace kontinuierlich erhöht und Raess konnte sich zunächst in der Spitzengruppe behaupten. Bis knapp zu Kilometer vier blieb der Regensdorfer an den führenden Athleten dran, ehe sich vier Läufer vom restlichen Feld absetzen konnten.
Raess lief fortan in der Verfolgergruppe. Ab Kilometer acht wurde diese vom späteren Europameister Andreas Almgren überrundet. Die Gruppe nahm das Tempo des Schweden auf und konnte an ihm dranbleiben. Auch Raess hielt sich weiterhin in dieser Gruppe und bewies in der Schlussphase seine Stärke. Mit einem starken Finish sicherte sich der Zürcher schliesslich den hervorragenden 8. Rang in 28:22.41 Minuten. Damit erzielte Raess seine bislang beste Klassierung an einer Freiluft-Europameisterschaft.
Auch Swiss Athletics würdigte seinen Auftritt ausdrücklich und bezeichnete seine Leistung als «exzellent». Besonders bemerkenswert ist die Platzierung angesichts der schwierigen Vorbereitung nach seiner Verletzungspause. Raess bestätigte damit eindrücklich, dass er trotz des Trainingsrückstands rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt wieder in Topform gekommen war.
Samira Schnüriger mit EM-Premiere & starkem Teamresultat
Auch für Samira Schnüriger war der Start in Birmingham etwas ganz Besonderes. Nach der knapp verpassten EM-Selektion von 2022 erfüllte sich für die Marathonspezialistin nun der Traum von der Europameisterschaft.
Der Marathon stellte die Läuferinnen allerdings vor eine ungewöhnliche Herausforderung. Der 5 Kilometer lange Rundkurs war geprägt von zahlreichen Kurven sowie ständigem Auf und Ab. Eine klassische Marathon-Pace liess sich unter diesen Bedingungen nur schwer bestimmen. Aus diesem Grund hatte Schnüriger ihre Vorbereitung bewusst auf coupiertes Gelände und abwechslungsreiche Trainingseinheiten ausgerichtet und konnte somit mit sehr viel Selbstbewusstsein und ohne zu viel Druck, an den Start gehen.
Im Rennen selbst lief Schnüriger lange gemeinsam zwei weiteren Schweizer Teamkolleginnen in einer Gruppe. Die Halbmarathonmarke passierte sie in 1:17:41 Stunden. Auf den letzten Kilometern musste die LCR-Athletin etwas Tempo einbüssen, brachte das Rennen aber souverän ins Ziel.
Nach 2:39:58 Stunden überquerte Schnüriger als 33. die Ziellinie und durfte sich damit über eine erfolgreiche EM-Premiere freuen. Noch wichtiger für das Schweizer Team: Gemeinsam mit Fabienne Schlumpf, Fabienne Vonlanthen und Andrea Meier erreichte Schnüriger in der Teamwertung den starken 6. Rang.
Komplettiert wurde die Regensdorfer Delegation durch Trainer Gian Marco Meier, der von Swiss Athletics als Coach aufgeboten wurde und die Schweizer Athletinnen und Athleten vor Ort betreute. Mit seinem engagierten Einsatz, seiner Erfahrung und der wertvollen Unterstützung während der Wettkämpfe leistete er sicherlich einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Schweizer Mittel- und Langstreckenläuferinnen und -läufer in Birmingham mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machen konnten.
Für den LC Regensdorf ist diese EM damit weit mehr als eine Ansammlung guter Resultate. Jonas Raess achter Rang über 10’000 Meter und Samira Schnürigers 33. Rang im Marathon sowie der sechste Platz des Schweizer Frauenteams zeigen eindrücklich, dass sich die kontinuierliche Arbeit im Verein auch auf internationaler Ebene auszahlt.
