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Trainingslager in St. Moritz

Author: Florian Hilti
Zahlreiche Regensdorfer Läufer verbrachten auch dieses Jahr einige Tage zwecks Höhentraining in St. Moritz. Trotz unterschiedlicher Unterkünfte – von privat bis Hotel – und verschieden langen Aufenthalten – für die meisten zwischen 2 und 3 Wochen –hat Ruedi es geschafft, die Trainings optimal aufeinander abzustimmen, so dass das Lager sportlich ein voller Erfolg wurde. Die Trainingszeiten waren sehr vielversprechend und lassen auf eine gute zweite Saisonhälfte mit zwei Highlights zum Abschluss (Nachwuchs- und Staffel-SM) hoffen.
Der LCR war in St. Moritz während 3 Wochen (9. Juli – 1. August) auf und neben dem Platz präsent. Der Grossteil der Regensdorfer bewohnte in der zweiten und dritten Woche 2 Wohnungen in St. Moritz Bad, natürlich mit bester Aussicht auf die Bahn. Danke, Philip! Mirco wollte die ersten zwei Wochen lieber mit seinen militanten CISM-Kollegen verbringen, während Gian und Arlette ihre Nächte im fernen Sils zubrachten. Während Flo sich in der ersten Woche opferte und zu Spionagezwecken ein paar Nächte im Mittelstreckler-Camp verbrachte, genoss Martin zur selben Zeit die Stille in der Stille.
Dank den sensationellen geographischen Eigenheiten des Engadins gestaltete sich das Training sehr abwechslungsreich. Für die zahlreichen Dauerläufe fand man immer wieder neue und interessante Strecken, sowohl in der Höhe wie beispielsweise auf dem Berninapass, auf der Corviglia oder beim Morteratsch Gletscher, wie auch entlang der unzähligen Seen: St. Moritzer See, Statzer See, Ch(r)ampfersee, Silvaplanasee, Silsersee, usw. So gab es immer einen Grund, sich auf das nächste Training zu freuen. Neben den intensiven Bahntrainings war auch die legendäre Torfwiesenrunde (5*1.2 km im Gelände) ein Highlight. Im nächsten Jahr wird auch der Autor hoffentlich mit von der Partie sein.
Auch das „Trainingsnebenprogramm“ war vielseitig. Es umfasste neben Alternativsportarten wie Biken, Schwimmen oder Basketball auch Grillabende, Kino-, Bar- und Discobesuche. Zum krönenden Abschluss liessen es sich die Athleten nicht nehmen, die Aussicht vom 3300 Meter hohen Corvatsch zu geniessen und die dortige Gletschergrotte zu besichtigen. Obwohl Sportler, sind sie allerdings mit der Seilbahn dort hochgelangt.
Am Ende bleiben neben der ausgezeichneten Trainingsform die Erinnerungen und das, was man wieder gelernt hat. Gelernt haben wir zum Beispiel von unseren Mittelstreckler-Kollegen aus der Innerschweiz, dass man auch Erfolg haben kann, wenn man morgens nicht vor 9 Uhr aufsteht. Allerdings hängt dies auch damit zusammen, dass die Jungs jeden Abend noch die mittelstreckler.ch-Homepage aktualisieren müssen, während andere schon im Bett sind. Falls jemand also meint, sie würden auch 13 Stunden schlafen, nur weil sie spät aufstehen: Dem ist nicht so, gell Martin. Sowieso könnte man bei Döme, Fidu und Mäthu den Eindruck bekommen, dass ihnen ihre Homepage wichtiger ist als das Training. Professionalität hat eben ihren Preis! Jedenfalls haben die drei Mittelstreckler uns auch gezeigt, dass man erfolgreich sein kann, obwohl man die Dauerläufe im 7 Minuten-Schnitt läuft. Hat natürlich den Vorteil, dass man viel mehr von der Gegend sieht und morgens bereits einen Dauerlauf gemacht hat, bis man im Stadion eintrifft. Leider hat das aber
auch den lästigen Nebeneffekt, an der Seepromenade ständig zur Seite gehen zu müssen, wenn eine Hausfrau mit Kinderwagen oder ein alter Mann mit Krücken überholen möchten.
Gelernt haben wir von Gerald, unserem Gast aus Malta, dass seine kleine Mittelmeerinsel zwar rund 400’000 Einwohner und zahlreiche Touristen, aber keine Berge hat. So war Gerald hocherfreut, auf dem Berninapass das erste Mal mehr als 2000m über seinem Wohnort, also dem Meer, zu stehen. Beim Basketballspielen haben wir gleich zwei Dinge gelernt. Einerseits, dass dieser Sport für Gelenke gefährlich und für ambitionierte Mittelstreckenläufer ohne die richtigen Schuhe (eben nicht Laufschuhe) deshalb eher ungeeignet ist. Glücklicherweise ist jedoch nichts Ernsthaftes passiert. Andererseits haben wir gelernt, dass man sich als Übergewichtiger beim „Dunken“ nicht an den Ring hängen sollte. Dass der Korb beim herunterfallen niemanden getroffen hatte, war reine Glückssache.
In Sachen Schuhmode haben wir gelernt, dass Flipflops eine für die Berge nicht optimale Schuhart sind. Sei es, um von der Corviglia runterzulaufen oder um den Corvatsch-Gletscher zu überqueren. Zum ersten ist zu sagen, dass Mirco von diesem Abstieg dank aufmerksamem Bahnangestellten knapp verschont wurde, während Martin den Gletscher barfuss überquerte, was sicher auch ganz angenehm war. Alles in allem ist der LC Regensdorf in diesem Höhentrainingslager also nicht nur viel schneller, fitter und „hämoglobiniger“ geworden, sondern auch noch viel gescheiter.

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