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Cross-Europameisterschaften 2005 in Tilburg/NED

Autor: Stephan Lowiner
Nachdem ich im November an zwei internationalen Crossläufen im Ausland, einen in Tilburg (NL) und einen in Paris, teilgenommen habe, wurde ich doch etwas überraschend vom SLV für die Cross-EM selektioniert. Neben mir wurde noch fünf weiteren Junioren und sechs Juniorinnen die Teilnahme an diesen Meisterschaften ermöglicht, welche dieses Jahr in Tilburg stattfanden. Als einziger Eliteläufer wurde Stephane Joly berücksichtigt.
Am Freitag, dem 9.Dezember, startete für uns das Abenteuer Cross-EM am Flughafen Kloten. Nach einem kurzen Flug und einer verkehrbedingt etwas längeren Carfahrt erreichten wir das Athletenhotel, welches etwa 40km vom Wettkampfparcours entfernt war. Die erste neue Erfahrung machte ich bereits bei der Ankunft, als ich nämlich zur Dopingkontrolle gebeten wurde. Danach gingen wir, gekleidet mit unseren Nati-Trainingsanzügen, zum Abendessen und ziemlich bald einmal schlafen.
Am nächsten Morgen ging es nach dem Morgenessen zur Besichtigung des Wettkampf-geländes. Mit einem Footing konnten wir den Parcours besser kennen lernen, um uns auf die bevorstehende Aufgabe einzustimmen. Die Strecke als solches ist ausgesprochen flach; da erscheinen einem natürlich die Holzbrücke und die vier zu durchlaufenden Gräben umso höher und steiler. Mir persönlich gefällt der Parcours sehr gut und ich freute mich riesig auf den folgenden Tag…
Nun war es also soweit, der Tag, an welchem ich zum ersten Mal an internationalen Meisterschaften starten werde. Erstaunlicherweise keineswegs nervös ging es zum Zmorge und später per Car zur Stecke. Dort angekommen gab es dann kein zurück mehr: Noch 120min bis zum Start…“Bin ich vielleicht doch ein bisschen nervös?!“ Die Anspannung stieg nämlich, je näher der Startschuss kam. Zum Glück konnten wir dann aber einlaufen gehen und die Nervosität lockerte sich ein wenig auf. Dies auch deshalb, weil mir die anderen Schweizer Junioren gute Tipps und wertvolle Erfahrungen, welche sie an den letztjährigen Cross-EM haben sammeln können, weitergeben konnten…Noch 30min…Wir müssen uns vor dem Call-Room besammeln und gemeinsam als Team diesen Bereich betreten. In meinem Kopf stelle ich mich auf das Rennen ein: „Es wir von Anfang an brutal abgehen. Ich darf nicht zu schnell angehen um später auf den 6.5km nicht einzugehen; doch wie schnell ist zu schnell?!? Auf der einen Seite freue ich mich auf das Messen mit den besten europäischen Junioren, doch andererseits sehen die alle sehr schnell aus und ich beginne zu zweifeln. Gott sei dank habe ich dafür nicht allzu lange Zeit“ =)…
Noch 15min…Ich mache ein paar letzte Steigerungen und reihe mich danach in der Schweizerbox ein…5, 4, 3, 2, 1, los! Obwohl ich sehr schnell loslaufe, befinde ich mich nach 300m auf dem drittletzten Platz. Sofort versuche ich meinen eigenen Rhythmus zu finden, was mir relativ schnell gelingt und laufe nur wenige Meter hinter dem grossen „Feld“. Ich versuche alles und kämpfe bis zuletzt doch in der Folge kann ich meine Position nicht mehr verbessern und ich erreiche das Ziel auf dem 94.Platz von 101 klassierten Läufern. Ich habe mir dabei einen Rückstand von 1:37min auf den neuen, und alten, Cross-Junioren-europameister Bernabas Bene eingehandelt. Trotz des niederschmetternden Ranges bin ich zufrieden mit der gelaufenen Zeit und kann behaupten, alles gegeben zu haben.
Im Verlaufe des Nachmittages konnten wir dann noch die Eliteläufer bewundern, bevor es wieder zurück in Hotel ging. Dort besammelten wir uns am Abend zu einer Teambesprechung, um „das Gelaufene“ zu analysieren. Fazit: Obwohl wir uns gegenüber dem Vorjahr besser klassierten, blieben uns sowohl in den Einzelwertungen als auch in den Teamwertungen nur Plätze in den hintersten Regionen. Mit diesen Leistungen kann man natürlich nicht zufrieden sein, trotzdem sind drei Schweizerleistungen hervorzuheben. Das wären der ausgezeichnete 24.Platz von Astrid Leutert, der sehr gute 61.Rang von Stefan Breit und ausserdem die beachtliche Platzierung von Stephane Joly im Mittelfeld der Elite!
Am abschliessenden Gala Dinner wurde dann noch gefeiert, bevor es am nächsten Morgen wieder zurück in die Schweiz ging.
Für mich persönlich waren diese Cross-EM ein unvergessliches Erlebnis und ich konnte eine super Zeit im Schweizer Team verbringen. Des Weiteren dienen mir die gesammelten Erfahrungen und Eindrücke als Riesenmotivation für die Zukunft und es werden hoffentlich nicht die letzten internationalen Meisterschaften gewesen sein!

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