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Danke

Die Saison 2007 werde ich nicht so schnell vergessen
Autor: Melina Frei
Oft werde ich gefragt, weshalb läufst du eigentlich. Warum trainierst du tagtäglich, während andere in deinem Alter in den Ausgang gehen oder einfach nur rumhängen.
Laufen bedeutet für mich Freiheit, nirgendwo fühle ich mich so frei, wie ein Vogel, der durch die Luft schwebt. Ich vergesse all meine Sorgen und bin einfach nur glücklich. Es ist nicht immer einfach Schule, Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen und manchmal da weiss ich nicht mehr ein und aus, wann ich denn alle meine Sachen erledigen soll, dann zieh ich meine Schuhe an und mach eine Runde und schon sieht alles besser aus.
Laufen bedeutet für mich auch, an die Grenzen gehen. Dieses Gefühl fast zu sterben, weil dein Körper so übersäuert ist, oder deine Beine fühlen sich an wie Blei und dennoch kommst du in Ziel, finde ich voll cool! Ist der Wille da, gibt es immer ein Weg ins Ziel, obwohl du denkst, Hilfe, ich kann nicht mehr.
Laufen bedeutet für mich auch, meine Freunde/innen zu sehen. Sie verstehen mich immer und ich finde es schön mit Ihnen das Gefühl von Freude sowie Enttäuschung teilen zu können.
Laufen macht mich einfach glücklich, auch wenn es nicht immer nach meinen Wünschen verläuft. Doch nicht die Siege lassen dich besser werden, sondern die Niederlagen. Es kommt nur darauf an, wie man mit ihnen umgeht. Das Laufen gibt mir immer wieder die Kraft, positiv zu denken, wenn ich alles nur noch Rot sehe. Ist das Laufen eine Sucht? Ich würde sagen, bei mir schon, ohne Laufen könnte ich nicht leben. Denn verpasse ich ein Training, nervt mich das total und ich kann mich auch den Tag darauf noch aufregen. Auch in der Trainingspause nach einer Woche, da bin ich schon kribbelig und sehne mich nach meinen geliebten Laufschuhen, welche sich momentan mit der Dunkelheit meines Schrankes zufrieden geben müssen.
Während die letzte Saison eher etwas ruhiger zu und her ging, wurde ich dieses Jahr, man kann beinahe sagen, von einem Medaillenregen beglückt. Angefangen hat das ganze bereits schon in der Wintersaison. Als ich mich überraschender Weise in Lausanne für den Internationalen Cross in Düsseldorf qualifiziert hatte, da gerieten die geplanten Hallenmeetings etwas durcheinander. Nun gut, warum nicht, dachte ich mir, wenn du schon kannst, dann pack deine Chance. Der Tag von Düsseldorf kam, ich freute mich riesig. Es war ein gutes Rennen, dennoch fand ich es hart mit diesen vielen „Heuballen“ sowie dem extragebauten Sandhügel, die Deutschen sind etwas einfallsreicher als wir Schweizer ;-)!
Eine Woche danach, fanden in Magglingen/ Macolin die Nachwuchshallen-Schweizermeisterschaften statt. Ich ging ohne grosse Erwartungen, denn ich habe kein einziges spezifisches Bahntraining für die Hallenmeetings absolviert (wegen den Cross’s) und hatte somit auch keine Ahnung, wie schnell ich den Laufen kann. Als mir dann kurz vor dem Start, noch meine Eltern zuwinkten, welche mir sagten sie kämen nicht, da wusste ich einfach, jetzt kann nichts mehr schief gehen. So war es dann auch, trotz Rempeleien, wobei ich fast gestürzt wäre, durfte ich auf das zweitoberste Treppchen stehen. Dies war meine Revanche der letzten Hallen-SM,
bei der ich krankheitsbedingt nicht angetreten bin und ich einige Tränen zuhause vergossen hatte.
Nicht genug von der Halle bekommen, so trat ich eine Woche später in St. Gallen, in der neugebauten Halle, zum 3000m an. Das Feld war schlecht besetzt, gerade mal zu viert waren wir. Ich durfte die Führung von Anfang an übernehmen und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Mein erster Schweizermeistertitel, den werde ich sicherlich nicht vergessen, obwohl er mir nicht soviel bedeutet, wie meine anderen Medaillen. Bei 3 Konkurrentinnen und dann in einer nicht sehr schnellen Zeit, die Medaille war leicht zu holen…
Gerade mal war es Februar und zwei Medaillen hatte ich schon, da wurde mein Wille einfach noch grösser. Ich wollte mir unbedingt einen Medaillensatz holen, nur noch Bronze fehlte. Nächste Gelegenheit die Cross-SM. Doch ich war müde. Es tat mir alles weh, doch Zeit um eine kleine Pause einzulegen, lag nicht drin. Bei der Arbeit kam ich in eine neue Abteilung, welche viel Neues mit sich brachte, ich musste viel Wissen aneignen. Jeden Abend ging ich ins Bett, mit dem Gefühl, mein Körper ist total leer, und mein Gehirn ist völlig „verbraucht“ von der Arbeit nur noch der Gedanke Bronze blieb hängen. So ging ich jeden Abend ins Bett und hämmerte mir ein:
Ich bin zwar müde, aber du musst dich einfach noch ein einziges Mal anstrengen, dann bekommst du dein Preis dafür, nachher kannst du von mir aus sterben, aber ich will dies Medaille einfach unbedingt. Jeden Abend dasselbe, ich redete es mir immer und immer wieder ein.
Kurz vor dem Start, da sass ich auf dem ToiToi-WC und fragte mich nochmals, was möchtest du heute erreichen. So blöd es sich auch anhört, kein Gold, kein Silber, aber Bronze. Es war kalt und es nieselte als der Startschuss fiel und wir uns auf die 6km lange Strecke begaben. Ich ging das Rennen verhalten an, ca. an Position 6, denn ich wusste, ich muss mir meine Kräfte gut einteilen. Bis zwei Runden vor Schluss war ich immer noch auf Position 5 und da begann ich etwas zu zweifeln, doch da kam plötzlich wieder dieser Gedanke, ich will die Medaille. So tastete ich mich Schritt für Schritt an meine Gegnerinnen mit dem Blick nach der 3, so kam es, dass die letzte Runde einläutete und ich mich auf Position 3 befand, die letzte Runde war extrem hart, meine Kräfte schwanden, der ganze Körper fühlte sich übersäuert an, in diesem Moment war bei mir die Mentale Stärke zehnmal grösser als die Kraft. Als 500m vor Schluss mir ein gewisser Mann von Langenthal zurief, „Herzliche Gratulation Melina, deine 3. Medaille in 3 Wochen, Super“ da dachte ich, wäre cool aber es geht doch noch 500m. Die vierte kam nämlich noch nahe an mich heran. Im Ziel war ich überglücklich, und ich hatte kaum Zeit um müde zu sein, obwohl ich es war. Ein ganzer Medaillensatz, ein Traum, der wahr wurde!!!
Ich gönnte mir danach eine Woche, in der ich nicht so streng trainiert hatte.
Die Sommersaison verlief ebenso gut. Und ich dachte oft, ich bin ein Glückspilz, denn ich war noch nie verletzt, was ja nicht gerade üblich ist. Ab und zu machte es mir fast einbisschen Angst, dass immer alles so gut lief, denn die nächsten Meisterschaften sind ja erst im September und bis dahin ist noch ein langer Weg.
Ende Juli startete ich erstmals bei den „Grossen“ in Lausanne. Ich gehe immer wieder gerne nach Lausanne, dort habe ich stets gute Erinnerungen. Etwas nervös war ich schon, denn ich wusste, wenn ich in den Final kommen möchte, dann muss ich mich noch sehr steigern und eine neue Bestzeit machen. Erst Freitag kam ich von
St.Moritz nach Hause, Samstag ging es nach Lausanne weiter. Der Unterschied der Luft war deutlich zu spüren, die Hitze (obwohl es gar nicht so heiss war) fand ich unausstehlich. Mit Ruedi’s Devise, mutig zu laufen, ging ich also an den Start. Ich konnte gleich von Beginn an , an einer guten Position laufen, es war alles perfekt. Und ich konnte es kaum fassen, als ich auf der Anzeigetafel die Zeit 4.43.33 sah. Mit dieser Zeit qualifizierte ich mich souverän für den Final von Sonntag.
Ich freute mich riesig. Es hat sich also gelohnt, die zweite Woche in St.Moritz früh zu Bett gehen ;-)!
Am Sonntag hatte ich etwas schwere Beine, doch während dem Rennen spürte ich diese kaum noch und erreichte den 7. Platz, meine Glückszahl.
Ich habe mich so sehr auf den Monat September gefreut. Ich hatte einfach immer das Gefühl, ich bin so zwäg wie noch nie.
Doch wie verflixt, da kamen wieder die Rückenschmerzen. Nun gut, dachte ich , ist ja nicht so schlimm geht wieder weg, doch es wollte einfach nicht weggehen. Mein Selbstvertrauen war nicht mehr so gross und ja ich bin all denen dankbar die mich aufmunterten, so konnte ich die Woche davor positiv denken und es sah alles besser aus.
In Basel startete ich also über 1500m. Ich überlegte mir die ganze Zeit, wie ich in diesem Rennen angehen soll. Konnte mich nicht entscheiden ob lieber taktisch oder Vollgas, doch musste ich mich erst gar nicht entscheiden, da Jasmin Widmer von Anfang an das Tempo hochhielt. Schon nach der ersten Runden konnten wir unsere Verfolgerinnen abhängen. Es war ein super Rennen, ich konnte alles hinterherlaufen, doch den Sieg wollte ich nicht weggeben, so zog ich 200m vor Schluss meinen Spurt ins Ziel an und gab die Führung nicht mehr ab. Ich möchte mich bei Jasmin bedanken für die Führungsarbeit ;-)! Diese Medaille bedeutet mir am sooo viel , und ja hätte ich die Goldmedaille in 3facher Ausstattung bekommen so würde auch Ruedi und Peter eine davon tragen, denn sie sind die BESTEN TRAINER , ohne sie wäre ich wohl immer noch Hobbyjöggeler….;-)!!
Weltklasse Zürich, ist einfach Weltklasse =) es war voll cool vor so vielen Leuten zu starten. Und ja es war auch einmal schön, es aus den hinter(st)en Positionen zu laufen. So genoss ich einfach mal das Publikum =)
La Chaux-de-Fonds…..Staffel, wieder einmal reisten wir zu den Russen! Es war voll cool einmal in einer neuen Staffelbesatzung zu laufen!
Das letzte Bahnrennen der Saison steht an der Tür. Eine Premiere für alle, die Team-SM. Ich freute mich sehr, obwohl ich einfach müde war. Der Gedanke, nach diesem Lauf einfach nicht mehr auf der Bahn rennen zu müssen, liess mich nicht mehr los. Ich war einfach ausgelaugt. Doch hatten wir ein super Team, Melanie, Arlette, Steffi und Ich. Wir gaben einfach nochmals Vollgas und Arlette legte eine BOMBENzeit hin =)=) supi dupi…und wir schafften es hinter Bellinzona auf den 2. Platz! Danke für den coolen Tag und euren Einsatz.
…Die anderen genossen schon die Trainingspause, doch Melanie und Ich absolvierten unsere Dauerläufe, speziell für den Greifenseelauf. Ich freute mich wie ein kleines Kind, dass ich eigentlich müde bin und gar nicht mehr so wirklich „sprützig“ bin, nahm ich kaum mehr war. Die Vorfreude war einfach zu gross. Und ich sagte mir einfach gehauen oder gestochen, ich gebe Vollgas, danach kannst du
vonmir aus zwei Wochen flach liegen! Es war auch dieses Jahr wieder ein super Rennen.
Ich möchte mich wie auch schon im Vorjahr bei allen herzlich für Ihre Unterstützung bedanken.
Mam & Papa: Ich glaube, ich bin nicht immer ganz so einfach, wenn ich voll gestresst nach Hause komme und gleich ins Training hüpfe =). Ich bin euch mega dankbar, dass ihr mich überall immer unterstützt in der Lehre, im Sport oder sonst. Es freut mich immer wenn ihr an die Wettkämpfe kommt, denn ich weiss es ist nicht einfach (Mam). Danke dass ihr an Weltklasse dabei wart, und es tut mir leid, dass du wegen Weltklasse wieder solche Schmerzen hast. Ich möchte euch nieee verlieren!!! Und bin immer für euch da.
Ruedi & Peter: Vielen Dank für eure Unterstützung. Ich finde es schön, dass ich euch alles anvertrauen kann, nebst dem Sport und wir es so gut haben. Ich bin mir sicher, dass ihr für mich noch einige Ratschläge auf der Seite habt. Danke vielmals, ihr seid einfach die Besten! Ich weiss gar nicht wie ich euch danken soll, für Alles, die Zeit, welche ihr für uns opfert; Ich kann einfach nur DANKE sagen!! Ohne euch wäre das Leben einfach, unvorstellbar!!
Stefan Sigrist & 00F2: Hoch Lebe mein Ausbildner 😉 , danke vielmals für deine Unterstützung, dass du mir in so vielen Sachen entgegenkommst, wenn ich mit der Arbeit weder ein noch aus weiss. Ich weiss es sehr zu schätzen. Auch die anderen vom Team, herzlichen Dank , ihr seid einfach suuuper!!!
Meine Freunde: Es ist einfach meega, solche Freunde zu haben! Ich möchte mich einfach bei euch bedanken, dass ihr immer an mich glaubt und mich aufmuntert, wenn es nicht gerade so läuft. Und für die schönen unvergesslichen lustigen Momente, welche ich immer wieder mit euch erlebe. An meine „Laufkollegen“ , ich freue mich einfach sooo euch zu sehen und die Trainingslager sind einfach immer super!
Nochmals ein rieses Dankeschön an alle die mich immer unterstützen und für mich da sind. Diese Saison werde ich sicherlich nicht so schnell vergessen.
Ganz liebe Grüsse, eure Melina……..
der rennende Melifant =)

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