Autor:      Gian Marco Meier

Foto:              Susi Raess

 

Dank den beiden Schweizermeistertiteln von Jonas Raess (Männer Langcross) und Jannis Schönleber (U23M Langcross), sowie den beiden 4. Plätzen von Nicola Hagger und Selina Fehler erlebte der LC Regensdorf die erfolgreichsten Cross-Schweizermeisterschaften in dessen Clubgeschichte.

 

Als Höhepunkt des Winters nahm eine grosse Delegation des LC Regensdorf an den diesjährigen Cross-Schweizermeisterschaften in Genf teil. Die Rundstrecke von 1000m führte durch einen flachen Park und war gespickt mit einem kleinen Hügel, 3 Baumstämmen und einer Haarnadelkurve. Eine äusserst schnelle und interessante Runde, hätte Petrus nicht verrückt gespielt! Bereits in den beiden Tagen vor der SM fielen in Genf über 15cm Schnee. Und auch zu Beginn des Wettkampftages flockte es noch fröhlich vom Himmel. Glücklicherweise leisteten die Organisatoren aber einen grossen Einsatz und frästen den Schnee fast vollständig von der Strecke. Doch bereits bei der Streckenbesichtigung war allen klar, dass dies sehr anspruchsvolle Verhältnisse sind.

 

Melanie Staubli – Kategorie U18W – 4km

Beim Rennen der Kategorie U18W ging von Beginn an die Post ab! Und Melanie hatte einige ruppige Positionskämpfe zu überstehen. Als sich das Rennen etwas beruhigte und die Positionen bezogen waren, fand Melanie ihren Rhythmus und konnte noch einige Positionen gut machen. Sie lief nach harten 4 km auf dem 17. Rang ins Ziel und gewann so noch einen wertvollen Cross-Cup-Punkt.

Johannes Kupferschmid – Kategorie U18M – 5km  

Bei seiner ersten Teilnahme an einer Schweizermeisterschaft hatte Johannes etwas Lehrgeld zu zahlen. Auf der für ihn noch sehr langen Distanz von 5km kämpfte er lange Zeit um den Anschluss ans grosse Hauptfeld und erreichte den 35. Rang.

Jonas Raess, Jannis Schönleber, Alain Denzler und Sebastian Inderst – Kategorie Männer Langcross – 10km

Noch am Vorabend vor dem Cross sorgte sich das Coach-Team um das Männerteam. Zurück vom Höhentrainingslager in Südafrika und wieder an der Kälte laborierte Jonas mit seiner Wade. Erst beim Einlaufen entschied er sich für einen definitiven Start…

Das grosse Feld der Männer startete gewohnt schnell. An vorderster Front mit dabei Jonas. Und nur einige Meter dahinter Alain und Jannis. Der schneebedeckte und schwierig zu laufende Parcour zog das Feld schnell in die Länge und schon sehr früh im Rennen löste sich eine 6er Spitzengruppe. Jonas versuchte in dieser möglichst kräfteschonend mitzulaufen.

Seba lief im hinteren Teil des Feldes und kämpfte mit sich und den Bedingungen. Er klassierte sich auf dem 29. Rang.

Alain büsste auf der zweiten Streckenhälfte etwas für seine mutige Anfangspace, zeigte aber ein ausgezeichnetes Rennen, kämpfte um jeden Rangpunkt für die Team-Wertung und lief auf den guten 16. Rang.

Jannis kam von Runde zu Runde besser in Fahrt und überholte Läufer um Läufer. Schon bei Rennhälfte war er den Medaillenrängen der U23-Kategorie sehr nahe und dies motivierte ihn umso mehr. Mit einem super Finish überholte er alle direkten Konkurrenten und gewann das Rennen der U23 mit einem Vorsprung von 7 Sekunden. Wir sind sehr stolz darauf, dass Jannis bei seiner SM-Première gleich so reüssieren konnte.

Hoffentlich können unsere drei Orientierungsläufer die läuferischen Fortschritte auch mit der Karte gut umsetzten, denn schon bald stehen die ersten Selektionsläufe für die Europameisterschaften auf dem Wettkampfkalender. Und gespannt erwarten wir ihre ersten Resultate auf der Bahn.

An der Spitze des Feldes wurde das Tempo immer schneller und der Einheimische Sullivan Brunet, Marathon-Team-Europameister Ädu Lehmann und Jonas lieferten sich einen harten Fight. Jonas lief wie vom Coach empfohlen eine defensive Taktik und setzte erst sehr spät zum Endspurt an. Dass dieser auf nationaler Ebene zu den allerbesten gehört, zeigte sich ein weiteres Mal. Ungefährdet gewann Jonas seinen ersten Schweizermeistertitel im Cross bei den Aktiven. Im Wissen darum, dass die SM-Vorbereitung alles andere als optimal verlief und Jonas diese Bedingungen nicht sehr mag, ein super Erfolg.

In der Teamwertung siegte Stade Genéve mit 24 Rangpunkten knapp vor dem LCR mit 28 Rangpunkten. So klappte es mit der Qualifikation für die Europäischen Club-Cross-Meisterschaften (ECCC) leider noch nicht. Doch was noch nicht ist, kann nächstes Jahr noch werden…

 

Lavignia Lovato – Kategorie U20W – 4km

Das Feld bei den Juniorinnen zog sich schon kurz nach dem Start in die Länge. Die Positionen waren schnell einmal verteilt und Lavignia konnte so ein sehr regelmässiges Rennen absolvieren. Der tiefe und schwierig zu laufende Boden kam ihr nicht sehr entgegen, dafür zeigte sie aber eine kämpferische Leistung und klassierte sich auf dem 14. Rang.

Nicola Hagger – Kategorie U20M – 6km

Nach einer gelungenen Hauptprobe beim Cross in Farvagny vor einer Woche startete Nicola Hagger sehr zuversichtlich und mit grossem Selbstvertrauen auf die 6 Kilometer lange Strecke bei den Junioren. Schon sehr früh setzte sich eine 6er-Spitzengruppe vom Rest des Feldes ab. Erfreulicherweise mittendrin Nicola. Es folgten etliche Positionskämpfe um die Medaillenränge.

Bei Rennhälfte lief er an 3. Stelle mit einem kleinen Vorsprung von einigen Metern auf den 4. Rang. Für kurze Zeit sah es danach aus, dass Nicola der ganz grosse Clou gelingen und er eine Medaille gewinnen kann.

Doch auf den letzten 1500m büsste Nicola noch etwas für seine offensive Taktik und verlor bis ins Ziel 10 Sekunden auf den Bronce-Platz. Die Tatsache, dass sich sein Trainingsfleiss auszahlt und er in den letzten Monaten immense Fortschritte machen konnte, lässt die verpasste Medaille problemlos vergessen. Und dass er ein sehr ernst zu nehmender Kandidat für die Cross-EM vom nächsten Herbst ist, scheint nun allen klar.

 

Selina Fehler – Kategorie Frauen Kurzcross – 3km

In ihrem letzten Rennen im schwarzen Tenü des BTV Chur steigerte Selina Fehler ihren Transferwert um ein x-faches! Von der 6. Stelle aus und mit einem Rückstand von gut 30m auf die Spitze startete Selina nach einer Runde eine unglaubliche Aufholjagd. Mit einem konstant hohen Tempo verkleinerte sie den Rückstand auf die Elite der Schweizer Mittelstreckenszene und lag plötzlich nur noch 3 Sekunden hinter den Medaillenplätzen. Das gesamte LCR-Team versuchte Selina noch näher an die Konkurrentinnen heranzupeitschen. Doch Lisa Kurmann, Delia Sclabas und Stefanie Barmet waren auf den letzten paar Hundert Metern noch etwas stärker. Einen Grund für eine kleine Enttäuschung gibt es auf keinen Fall. Nur 7 Sekunden Rückstand und die schnellste U23-Läuferin (bis letztes Jahr wurden in dieser Kategorie noch SM-Titel vergeben!) – das lässt doch auf den Sommer hoffen – insbesondere dass sie dann in den Farben des LCR läuft !

        

 

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